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Back to EpisodesLeben in der Gemeinschaft mit Christus (2)
Description
Stillstand ist Rückschritt. Das ist nicht nur in der Wirtschaft so. Das ist auch im Christsein so.
Der Apostel Paulus ist immer darauf bedacht, seine Gemeinden weiterzuführen. Denn Selbstgenügsamkeit, Vor-sich-hin-dümpeln im Glauben und Religiosität hilft nur einem: dem Feind. Es besteht aber die ganz tiefe Hoffnung, dass am Ende, wenn Christus wiederkommt, alle dabei sind. Im Brief an eine seiner Gemeinden findet sich eins der wohl grundlegendsten geistlichen Prinzipien, die der Apostel Paulus seinen Gemeinden mitgibt.
Um welche Aussage geht es? „Schaffet,dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“
Diese Aussage möchte ich mit Ihnen näher anschauen.
Schaffet,dass ihr selig werdet … Hier geht es nicht um „Schaffe, schaffe, Häusle bauen“, sondern – ja, um unsere Seligkeit. Dieses Wort gebraucht heute keiner mehr. Ich übersetze es hier mit „Gott gefallen und sein Ziel mit uns erreichen“.
Konkret geht es dem Apostel im Zusammenhang seines Briefes darum, dass er die christliche Gemeinde in Philippi mahnt. Vieles läuft bei ihnen schon gut. Doch was ihnen noch fehlt, sie sollen eine Einheit werden, eine Gemeinschaft, die das Wesen des Christus in dieser Welt widerspiegelt. Das ist das Wesentliche. Darum: Schaffet, seht zu, macht, kümmert Euch! Paulus weiß das so richtig auf die Spitze zu treiben: Schaffet… mit Furcht und Zittern – sprich: in aller Ehrfurcht vor dem heiligen Gott. Ruht euch nicht aus. Bleibt dran. Das ist ein wichtiger geistlicher Rat.
Doch leider kann er zu einem ganz falschen Denken führen. Für die meisten Menschen – auch für viele Christen – bedeutet Christsein Ethik, ein Sollen, ein Müssen, ein Tun. Damit reihen sie ihr Christsein ein in all die anderen Ansätze und Methoden weltlicher oder religiöser Couleur zur Selbstoptimierung oder Verhaltensänderung. Doch das Christsein ist ganz anders. Die biblische Lehre hat als einziger all der Ansätze in Religion und Welt ein anderes Menschenbild. Und das ist der entscheidende Unterschied. Die Bibel weiß, dass der Mensch gar nicht schafft, was er schaffen soll.
Wenn Jesus einer Ehebrecherin sagt: „Sündige hinfort nicht mehr“, dann ist klar: von sich aus wird sie gar nicht schaffen. Der normale Mensch kann nicht plötzlich auf einem anderen Gleis fahren. Und er will es auch gar nicht. Warum sollte er sich ändern? Sünde – im Beispiel der Ehebrecherin der inneren Sehnsucht nach Liebe und Geliebtsein mit wechselnden Partnern nachgeben – macht nicht selten Spaß. Die Bibel weiß das: der normale Mensch kann und will sich nicht ändern, selbst wenn man ihm sagt, aus welchem Grund. Das gilt sogar für Christen. Es gibt immer wieder Baustellen, die Gott uns zeigt. Und manchmal ist es noch so schwer, ihn auch an die vermeintlich letzte Baustelle dran zu lassen.
Deswegen gibt es hier im Text diesen Nachsatz: „Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Du sollst schaffen, ja. Aber Gott ist‘s, der es macht. Natürlich ist das ein Widerspruch. Aber er ist stimmig, denn Gott sagt: Erkenne, dass du es nicht kannst, vielleicht oft auch nicht willst. Erkenne, dass du also Rettung brauchst, und komm zu mir!
Gott liebt uns so sehr, dass er uns Rettung anbietet. Hundert Prozent hat Gott für jeden von uns geleistet. Kein Mensch wäre auch nur ein Prozent auf Gott zugekommen. Kein Mensch hätte das tun können, selbst wenn er es gewollt hätte. Kein Mensch kommt auch nur einen Millimeter aus eigener Kraft Gott näher. Aber die Bibel lehrt uns: Der Gott, der uns geschaffen hat, der hat es getan. Hundert Prozent Gnade. Liebe. Rettung.
Nur weil er uns also über die Maßen beschenkt, können wir tun, was er sich wünscht. Im Bild gesprochen: Nur, weil der Zug