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Paulus in Ephesus

Published 10 months, 1 week ago
Description
Der Bibeltext Apostelgeschichte 19,8-22 – ausgelegt von Reinhold Wennagel.

Es lohnt sich, das Kapitel, das Sie eben hörten, noch einmal zu lesen, denn Details werden oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Der Missionar Paulus ist auf der 3. Missionsreise. Die jeweiligen Umstände und Begegnungen sind einmalig, können uns kaum als Muster zum Nachmachen dienen. Der Inhalt der Verkündigung schon eher. Es geht um Gottes Wirken in dieser Welt.

1. Gottes Wort wirkt (Apostelgeschichte 19,8-12)

Wo immer Paulus auf seinen Reisen hinkommt, geht er möglichst zuerst in die örtliche Synagoge. So ist es auch in Ephesus, wo er zunächst drei Monate offensichtlich regelmäßig predigt. Von Hause aus ist ja die jüdische Gemeinde seine geistliche Familie. Wenn sich  seine „Stammverwandten“ doch nur für Jesus gewinnen lassen! So schreibt Paulus einmal: „Ich wünschte verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder …“ (Römer 9,3).

Nun aber predigt Paulus von Christus, lehrt und überzeugt manche. Lehren, das klingt für manche nicht besonders unterhaltsam. Es ist jedoch entscheidend für einen stabilen Glauben. Gelegentliche „Inputs“ reichen nicht. Ich muss doch wissen, warum, was und an wen ich glaube. Jedenfalls kommen in Ephesus viele zu den Gottesdiensten mit Paulus und manche glauben daraufhin an Jesus - sowohl Juden als auch interessierte Heiden.

Was predigt Paulus? Ich lese in Apostelgeschichte 8,8, dass es ein durchgängiges Thema gibt: Das „Reich Gottes“.

Als er später mit bewegten Worten von den Ältesten dieser Gemeinde endgültig Abschied nimmt, sagt er, er habe unter ihnen „das Reich Gottes gepredigt“. (Apostelgeschichte 20,25). Das Reich Gottes? Ist das wirklich so wichtig - alltagsrelevant? Auf jeden Fall ist es das Generalthema von Jesus Christus. Es lohnt sich, die vielen Stellen im NT nachzuschlagen. Der Bibleserver des ERF hilft, die Begriffe „Reich Gottes“ oder „Königreich Gottes“ zu finden. Im Matthäusevangelium wird dafür das Wort „Himmelreich“ verwendet, vielleicht um den Gottesnamen zu vermeiden, vielleicht aber auch als Gegensatz zu den irdischen Reichen.

Als Jesus seine Jünger einmal ins Praktikum schickt, sagt er: „Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Matthäus 10,7). Im Vaterunser lehrt Jesus sie zu beten: „Dein Reich komme“ (Matthäus 6,10). Es ist also schon da, aber noch nicht umfassend.

Was dieses Reich jedoch so einzigartig macht, ist Gott, so, wie er sich in Christus geoffenbart hat. Mit und in Jesus ist diese Herrschaft gegenwärtig. Als Jesus einmal von den Pharisäern gefragt wird: „Wann kommt das Reich Gottes?“ antwortet er ihnen: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; … es ist mitten unter euch.“ (Lukas 17,20).

„Wer kann das verstehen?“ Vielleicht spotten manche: „Dazu muss man wohl geboren sein.“ Und tatsächlich. Jesus sagt zu dem Pharisäer Nikodemus: Man muss „von neuem geboren sein“, um durch den Glauben an Jesus „in das Reich Gottes zu kommen“ (Johannes 3,3).

Das Reich Gottes ist also ein Herrschafts-Bereich, in dem der Wille Gottes anerkannt und getan wird. Teilweise ist das schon verwirklicht, im umfassenden Sinn ist es jedoch noch Zukunft.

Das Reich Gottes -Thema umfasst im Grunde das ganze Alte Testament und das Evangelium von Jesus Christus.

Dies alles ist die Botschaft des Paulus in Ephesus. Und Gottes Wort wirkt.

Die Menschen merken: Das ist ewigkeitsrelevant. Dieses Wort stellt mich vor Gott und kann mich verändern. So werden viele Juden von Jesus überzeugt.

Doch einige von ihnen verschließen sich und sind nicht bereit, sich dem Wort Gottes zu unterstellen. Im Gegenteil. Sie reden so böse über diese Christenlehre, dass Paulus keine andere Möglichkeit sieht, als sich von der Synagoge zurückzuziehen und einen privaten Vortragsraum zu miete

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