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Back to EpisodesDie Ankunft in Jerusalem
Description
Es gibt sie auch in unserem Leben: treue Menschen, die uns ein Stück unseres Weges begleiten, Brüder und Schwestern, die uns beistehen. Und es gibt die anderen: die schlecht reden über uns, die uns das Leben schwer machen. Jesus ist dabei. Er begegnet uns bei den einen wie bei den anderen. Und baut seine Gemeinde.
Schauen wir zunächst auf die treuen Mitmenschen! Ein beeindruckendes Netzwerk haben die frühen Christengemeinden aufgebaut – ohne Whatsapp-Gruppe, ohne E-Mail-Verteiler. Einige Gemeindemitglieder begleiten Paulus und sein Team auf dem Weg von Cäsarea nach Jerusalem. Das sind mehr als 100 Kilometer. Zu Fuß! Sie haben sich bereits um eine Unterkunft gekümmert. Mnason aus Zypern wird Gastgeber sein. In Jerusalem schließlich „nahmen uns die Brüder und Schwestern gerne auf“, lesen wir. Welch ein Geschenk! Gerne aufgenommen werden! Ehemals fremde Menschen werden zu Brüdern und Schwestern. So entsteht Gemeinde. So wächst Zuversicht. Segen breitet sich aus in gegenseitigem Nehmen und Geben.
Gemeinschaft erleben
Wie haben Sie das in Ihrem Leben erfahren? Durch wen sind Sie gesegnet worden?
Ich denke an eine geistig behinderte Mitarbeiterin der Fachschule, an der ich studierte. Eines Tages ging es mir nicht gut. Sie sah es. Als einzige. Mit einer Bestimmtheit, die keinen Widerspruch duldete, sprach sie eine Mitstudentin an: „Du, geh mal zu der Brigitte, die ist traurig.“ Gesehen werden – das richtet auf! Oder ein Kirchenältester in meiner ersten Pfarrstelle. Sein Arbeitsalltag als Landwirt war anstrengend. Trotzdem war er stets zur Stelle, wenn Kohlen in den Keller zu schippen waren oder wenn etwas repariert werden musste. Er wies mich hin auf Menschen, die sich über einen Besuch von mir freuen würden. Und ganz nebenbei sprach er mir Mut zu. Etwa, als ich mich voller Selbstzweifel fragte, ob ich den Konfirmandinnen und Konfirmanden etwas für ihr Leben mitgeben könne. „Wir können ja nur säen,“ sagte er schlicht. Das entlastete, ja, tröstete mich. Auch ein älteres Ehepaar kommt mir in den Sinn. Während einer Langzeitfortbildung durfte ich an jedem Kurs-Wochenende bei ihnen übernachten. Sie gaben mir weit mehr als Bett und Frühstück. Es waren Begegnungen, die wohltun, Heimat in der Fremde, „Gemeinschaft der Heiligen“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt.
Durch diese und viele, viele andere Menschen habe ich unschätzbar Kostbares empfangen. Unmöglich, sie zu zählen. Ich hoffe, auch sie sind durch mich gesegnet worden. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich, wenn ich sie mir vor Augen stelle. Jesus erweist uns seine Liebe oft durch andere Menschen. Das ist hier leicht zu erkennen.
Gefährdete Gemeinschaft
Doch da sind auch die anderen: Menschen, die uns enttäuschen, verletzen, die uns das Leben schwer machen. Die Gründe sind sehr verschieden. In Jerusalem gibt es Probleme mit Glaubenden, die eigentlich Gutes wollen. Sie nehmen die Tora, Gottes Weisungen, sehr ernst. Gott ehren wollen sie und alles richtig machen. Was sie von Paulus gehört haben, macht ihnen Angst. Es bedroht ihren Glauben, den einzig richtigen, wie sie meinen. Noch bevor sie Paulus kennenlernen, haben sie sich ein Urteil über ihn gebildet. Gerüchte und Halbwahrheiten, vermischt mit Lügen, wurden ihnen berichtet. Sie sind sicher: Paulus ist gefährlich. Vielleicht können sie ihr Urteil noch revidieren und gewonnen werden, hoffen die Verantwortlichen. Paulus folgt ihrem Rat. Er zeigt, dass er den Glauben der Väter und das Gesetz des Mose achtet. Die Feindseligkeit gegen ihn kann er damit nicht aus dem Weg räumen, wie sich später zeigen wird. Trotzdem: Er geht ihnen entgegen. Er wirbt um sie, baut ihnen eine Brücke zum besseren Verstehen. Auch wenn das am Ende nicht gelingt, auf diese Weise gibt er dem Geist Jesu Raum: Er bleibt zugewandt, obwohl ihm die anderen nicht wohlgesonnen sind. Er zeigt seine Wertschä