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Back to EpisodesPaulus vor dem Hohen Rat
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Der Mensch denkt und Gott lenkt. Das fiel mir zuerst während der Beschäftigung mit diesem Abschnitt ein. Warum?
Nun, weil es oft anders kommt als Menschen es planen. Dabei will ich das Sprichwort nicht falsch verstehen: Es lehrt keinen Schicksalsglauben. Es geht also nicht darum, dass es völlig egal ist, was Menschen sich vornehmen, weil sie sowieso nur ein Spielball in der Hand Gottes sind. Nein, so ist das nicht.
Ich habe meinen Spielraum. Ich kann mein Leben gestalten. Aber meine Möglichkeiten sind begrenzt. Eigene Pläne scheitern. Denn ich bin nicht allmächtig, auch wenn ich mich manchmal so aufführe, als wäre ich es.
Allmächtig ist nur Gott. Und er setzt seinen Ratschluss auch gegen alle Widerstände durch. Gott fügt alles so, dass sich am Ende seine Heilsabsichten verwirklichen und das Evangelium läuft. Denn während die jüdische Führung den Apostel Paulus mit seiner Christusverkündigung für immer zum Schweigen bringen will, verhindert ein Nichtjude das große Unrecht. Darum:
1. Ein Heide handelt vorbildlich!
Er ist in dieser Stunde ein Werkzeug Gottes, der seinen Boten am Leben erhält. Denn als römischer Oberst rettet er Paulus aus der Hand seiner Feinde (zuvor schon in Apostelgeschichte 21,31). Er verhält sich damit korrekt und handelt nach dem römischen Recht.
Und das kann ich nicht hoch genug schätzen, wenn ein Staatswesen nach rechtsstaatlichen Prinzipien handelt. Paulus kommt das jetzt zugute. Denn als römischer Bürger hat er gewisse Rechte. Und nun kommt ihm die staatliche Ordnung zu Hilfe.
In Apostelgeschichte 23,10 steht: „Als aber die Zweitracht groß wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen, und ließ Soldaten hinabgehen und Paulus ihnen entreißen und in die Burg führen.“
So kann die Hilfe Gottes also auch ausschauen. Es ist ihm nicht schwer, die Seinen auf viele Weise zu bewahren. Und er tut das diesmal in Form eines aufrichtigen römischen Soldaten. Darum können die Feinde des Evangeliums ihren Plan nicht umsetzen. Trotzdem ist es für Paulus schmerzlich zu erfahren, wie groß die Blindheit in seinem Volk ist. Und diejenigen, die Hirten des Volkes sein sollten, kommen ihrer Aufgabe nicht nach.
Denn es ist der Hohe Rat, der gegen den Apostel vorgeht. Diese Männer bilden die geistliche Führung. Aber weil sie Jesus Christus abgelehnt haben, sind sie selbst zunehmend von Blindheit geschlagen. Und so handelt ein Heide vorbildlich, während führende Juden Schuld auf sich laden. Denn:
2. Die jüdische Führung versagt!
Und sie brechen ihre eigenen Gesetze. Denn ganz korrekt geht es in diesem Prozess nicht zu. Das erkenne ich schon daran, dass Paulus den Hohenpriester nicht direkt erkennt. Wäre dieser in seiner Amtskleidung erschienen, dann hätte der Apostel sofort gewusst, mit wem er es zu tun hat.
Jedenfalls sieht es so aus, dass es in diesem Verfahren nicht rechtmäßig zugeht. Stattdessen wird Paulus ohne Grund geschlagen, so wie es vor ihm schon Jesus Christus selbst im Prozess gegen sich erlebt hat.
Und auch Jesus hat dabei das Unrecht beim Namen genannt. Nur geht Paulus noch weiter als sein Herr, indem er seinen Peiniger unter das Gericht Gottes stellt. Ja, seine Worte klingen hart: „Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand“.
Wände hat man damals mit Farbe gestrichen, um ihren schadhaften Zustand zu kaschieren. Ein deutlicher Fingerzeig auf das heuchlerische Verhalten der jüdischen Führung. Denn sie sind Eiferer für das Gesetz und brechen es doch selbst, wie gerade der Umgang mit dem Apostel ze