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Die Verteidigungsrede des Paulus (2)

Published 9 months, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext Apostelgeschichte 26,24-32 – ausgelegt von Jan-Peter Graap.

„Du bist von Sinnen, Paulus!“, ruft Festus laut. „Das viele Studieren macht dich verrückt!“

Wir sind mitten in einer Gerichtsszene – aber nicht irgendeiner. Vor den Augen des römischen Statthalters Festus, des Königs Agrippa und zahlreicher Ehrengäste verteidigt sich Paulus. Doch seine Rede ist weit mehr als eine Verteidigung. Sie ist ein leidenschaftliches Zeugnis. Eine Einladung zum Glauben.

Was hier in Apostelgeschichte 26 geschieht, ist faszinierend – und herausfordernd. Denn Paulus bleibt nicht bei Argumenten stehen. Er bleibt auch nicht bei sich. Er zielt auf die Herzen seiner Zuhörer.

Wie kommt es zu dieser Szene?

Paulus sitzt seit zwei Jahren in Untersuchungshaft – in Cäsarea. Die jüdischen Autoritäten werfen ihm Irrlehre vor, doch Festus, der neue römische Statthalter, versteht die religiösen Streitfragen nicht. Als König Agrippa II mit seiner Schwester Berenike zu Besuch kommt, bittet Festus ihn um Hilfe.

Paulus wird vorgeführt. Doch statt nur seine Unschuld zu beteuern, erzählt er seine Geschichte: Wie er Christen verfolgte. Wie er auf dem Weg nach Damaskus Jesus begegnet ist. Und wie ihn das für immer verändert hat. Er sagt: „Ich war nicht ungehorsam gegen die himmlische Erscheinung.“

Mit anderen Worten: „Was ich jetzt tue, tue ich, weil Jesus mich gerufen hat.“ Das ist mutig. Denn Paulus weiß: Seine Botschaft ist anstößig. Dass der Messias leiden, sterben – und auferstehen sollte – das passte nicht ins Weltbild vieler seiner Zuhörer. Und doch bleibt Paulus dabei: „Ich rede Worte der Wahrheit und der Besonnenheit.“

Dann wendet er sich direkt an Agrippa: „Glaubst du den Propheten, König Agrippa? Ich weiß, dass du glaubst.“ Agrippa reagiert mit Ironie – doch in seinen Worten liegt auch Respekt. Paulus’ Argumentation hat Eindruck gemacht. Und Paulus zeigt sein Herz: „Ich bete zu Gott, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, solche würden wie ich – ausgenommen diese Fesseln.“

Ein starkes Zeugnis. Paulus sitzt in Ketten – und spricht mit einer Freiheit, die seine Zuhörer verlegen macht. Er will nicht recht behalten. Er will Menschen gewinnen – für Jesus Christus.

Was können Sie von Paulus lernen – wenn Sie jemand fragt?

1. Paulus kennt seine Zuhörer.
Er weiß, was Agrippa über die Propheten denkt. Er kennt die Denkweise der römischen Beamten. Und er nimmt sie ernst – auch wenn sie ihn nicht ernst nehmen.

2. Paulus spricht von sich – aber zeigt auf Jesus.
Er erzählt seine Geschichte nicht, um sich zu profilieren. Sondern um zu zeigen: Auch Sie können diesem Jesus begegnen.

3. Paulus bleibt ruhig, aber entschieden.
Weder Ironie noch Spott bringen ihn aus der Fassung. Denn es geht nicht um ihn – sondern um das Evangelium. Um das Leben der Menschen. Um ewige Dinge.

Wie reden wir heute von Jesus?

Paulus inspiriert uns. Was bedeutet das ganz praktisch – im Alltag? Im Gespräch mit Nachbarn, Kolleginnen, Freunden, Enkeln? Das „Wie“ fragt: Kommt unser Reden von Jesus an? Was können wir tun, damit es verständlich und glaubwürdig bleibt? Drei Haltungen können uns dabei helfen:

1. Wir reden von Jesus als Betroffene.
Wir geben keine neutrale Information weiter. Der 1. Johannesbrief sagt: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“ (1. Johannes 1,3)

Betroffen sein heißt: Jesus hat mit unserem Leben zu tun. Mit Beziehungen, Arbeit, Freizeit, Hoffnungen und Ängsten – mit dem ganzen Alltag. Und da liegt der Knackpunkt.

Während Christen früher fragten: „Lohnt es sich, mit Christus zu sterben?“, fragen viele heute: „Zum Sterben mag e

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