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Back to EpisodesSeesturm und Schiffbruch (2)
Description
Das sind stürmische Zeiten, die Paulus und die Schiffsmannschaft hier erleben – im wahrsten Sinn des Wortes. 14 Tage schon treiben sie auf See, ohne Nahrung, ohne Schlaf und ohne Hoffnung auf Rettung. Die Verzweiflung könnte größer nicht sein. Die Mannschaft kämpft in dunkler Nacht, von Angst getrieben. Kein Land in Sicht.
Stürmische Zeiten – die gehen ans Eingemachte, die sind lebensbedrohlich, bei Paulus und den 276 Menschen an Bord des Schiffes geht es sogar um Leben und Tod.
Ich kenne sie auch aus meinem Leben, die stürmischen Zeiten, wo mir das Wasser bis zum Hals steht. Wo alles dunkel wird und ich nicht mehr ein noch aus weiß – ohne Rettung in Sicht. Wo ich nur noch den Wunsch habe, mit dem Lukas die Mannschaft an Bord beschreibt: „sie wünschten, dass es Tag würde“ (Apostelgeschichte 27,29). Das bedeutet doch: Sie wünschen,
- dass die Dunkelheit weicht
- dass Hoffnung wieder sichtbar wird
- und dass sie wieder Halt finden in den Stürmen des Alltags
Wie mag es wohl zugegangen sein auf dem Schiff mit den 276 Menschen an Bord? Ich stelle mir Folgendes vor:
- Einige rennen hektisch durch die Gegend, versuchen zu retten, was noch zu retten ist, und suchen irgendwo nach Halt.
- Andere kauern ängstlich in der Ecke – vor Angst und Schrecken ganz gelähmt.
- Und von den Matrosen lese ich: sie planen die Flucht, versuchen, sich im Beiboot in Sicherheit zu bringen. Paulus erkennt ihre Absicht und mischt sich ein. In letzter Minute kann er die Fluchtaktion verhindern, die alle das Leben gekostet hätte.
Drei ganz unterschiedliche Verhaltensmuster in ein und derselben Situation: Hektik, Lähmung und Flucht.
Das haben die Stürme des Lebens so an sich, damals wie heute: sie erschüttern nicht nur – sie bringen auch ans Licht, was in mir steckt.
Wie bei einer Schachtel, die geschüttelt wird – plötzlich springt der Deckel auf und ich sehe, was drin ist. Krisenzeiten zeigen, was in mir steckt.
Was entdecke ich in meiner Lebensschachtel, wenn die Stürme des Lebens den Deckel aufspringen lassen? Hektik, Lähmung oder Gedanken an Flucht wie die Menschen im Schiff?
Oder sind da auch Vertrauen, Frieden und die Gewissheit, dass Gott die Lage unter Kontrolle hat?
Schon mancher ist in Krisenzeiten erschrocken beim Blick in seine Lebens-Box, dass die Schachtel viel leerer ist als er gedacht hat. Und er fragt sich: Wo ist denn nur mein Vertrauen geblieben? Stürme erschüttern nicht nur, Stürme zeigen auch, was in mir steckt.
Was für eine andere Haltung entdecke ich bei Paulus! Lassen Sie uns einen Blick werfen in seine Lebens-Box. Nein, Paulus ist kein Superman, der über den Dingen steht. Er hat auch seine Krisen und vor allem: er hat auch seine Grenzen. Manche Herausforderungen in seinem Dienst bringen auch ihn an den Rand der Verzweiflung.
Aber hier erscheint er wie ein Fels in der Brandung. Wie einer, der nicht nur selbst Mut gefasst hat, sondern auch anderen Mut machen kann.
Wie kann Paulus so sicher und gelassen sein angesichts dieser Lage und Situation?
Paulus hat schon etliche Stürme erlebt. Aber in all den Stürmen erfährt er immer wieder: ich bin gehalten, gerade dann, wenn es um mich herum stürmt und tobt, gerade dann, wenn ich auch innerlich die Fassung zu verlieren drohe.
„Du bist ein starker Turm,
du bist das Auge im Sturm.
Du sprichst zum aufgewühlten Meer
meiner Seele in mir, Herr:
Friede mit Dir, Friede mit Dir!“
So singt es Martin Pepper in einem seiner Lieder. Dieses Lied hätte auch aus der Feder des Paulus stammen können. Ein schönes Lied und ein starkes Bild: das Bild vom Auge im Sturm.
Wikipedia erklärt dieses Bild vom „Auge im Sturm“ als der „fast wolkenfreie und mehr oder weniger windstille Bereich im Rotationszentrum eines Tropischen Wirbelsturms“.
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