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Back to EpisodesDie Herrlichkeit des Wortes Gottes (7)
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Die ewigen Ordnungen Gottes lobt und beschreibt der Psalm 119 in den Versen 49-56 in ganz eindrücklicher Weise. Für den Verfasser sind diese Ordnungen das, was Gott den Menschen an Greifbarem mitgegeben hat. Durch sie wird die Beziehung zu Gott täglich sichtbar und kann gelebt werden. Diese Ordnungen beziehen sich also auf das Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Aber nicht nur.
Auch auf die große Weltordnung, die Schöpfung mit Tag und Nacht. Also das, was für jeden Menschen offen sichtbar ist, aber für den Beter auf Gott zurückgeführt wird.
Es gibt darüber hinaus Ordnungen, die Gott speziell dem Volk Israel gegeben hat, um einerseits das Zusammenleben zu regeln und andererseits das Volk als Ganzes nach außen abzugrenzen. Das erste kann ich vielleicht mit dem vergleichen, was ein Ordnungsamt tut. Nur, dass die Regeln für Israel von Gott kamen und natürlich einen viel weiteren Rahmen hatten. Dieser reichte von gesetzlichen und ethischen Ordnungen über Rituale und Anweisungen für den Gottesdienst bis hin zu Reinheitsvorschriften.
Insgesamt sind es 613 Verbote und Gebote, die nach dem Talmud in den fünf Büchern Mose zu finden sind. Dem Psalmbeter lagen diese fünf Bücher Mose in der Thora zusammengefasst vor. Im Zentrum natürlich die zehn Gebote, die Mose von Gott auf dem Berg Sinai empfangen hat. Darunter die drei Erzgebote zu Mord, Unzucht und Götzendienst.
Es ist in den göttlichen Ordnungen für Israel alles enthalten, was heute in einem Staatssystem die Verfassung, Rechtsprechung und das Kirchenrecht umfasst.
Hinzu kommen detaillierte Lebensanweisungen, die den Zusammenhalt des Volkes Israel im Inneren stärkten und nach außen Signale setzten. Diese Außenwirkung kommt dem modernen Begriff der Corporate Identity recht nahe. Corporate Identity oder kurz CI meint Merkmale, die etwas als einzigartig ausmachen. Abgrenzung ist für das Volk Israel in einem neuen Land, in einer bunten Umwelt von Religionen, Weltanschauungen und Ritualen überlebenswichtig. Mit klaren und sichtbaren Ordnungen konnte Israel die eigene göttliche Identität absichern.
Das Volk Israel zeigte auf diese Weise: Das sind wir und das seid ihr. Diese Ordnungen sicherten das Überleben Israels.
Der Beter nennt eher persönliche Anfeindungen, aber auch Frevler im Volk, die das Gesetz missachten. Israel ist als Ganzes betroffen und musste sich gegen Angriffe gegen seinen Glauben und seine Identität schützen. Die Einhaltung der Ordnungen Gottes war also dringend notwendig.
Natürlich sind diese Regeln für den einzelnen Israeliten etwas, an dem sie sich festhalten können. Sie sind die Orientierung, Führung, und helfen, den richtigen Weg zu finden. Wie es an anderer Stelle im Psalm 119, dem vielen bekannten Vers 105, heißt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. Diese Regeln sind also noch viel mehr als nur ein Gesetzeswerk.
Von der Thora heißt es, dass sie einen Körper und eine Seele hat. Und hier geht die Thora über die Regelung des Zusammenlebens und der Abgrenzung nach außen weit hinaus. Der rote Faden, der sich durch die Heilsgeschichte zieht, ist der Heilsplan Gottes für die Menschen. Dieser hängt unmittelbar mit den Geboten und Verboten zusammen, vor allem zur Zeit des Psalmbeters.
Zu seiner Zeit galt noch das Recht des Ausgleichs „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das heißt, Gerechtigkeit oder der Ausgleich zwischen Schuld und Sühne wurde immer wie mit einer Waage ermittelt. Eine Schuld war getilgt, wenn dem Täter dasselbe angetan wurde, wie das, was das Opfer erleiden musste. Dadurch wurde die Balance wieder hergestellt, ein Gleichstand oder Ausgleich geschaffen.
In der Beziehung zu Gott geschah das durch Opfer, die Gott für Verfehlungen dargebracht wurden. Oft waren es Tieropfer. Das heißt, die Sünde wurde mit dem Töten eines Tieres getilgt. Auch andere Gaben oder körperliche Bestrafun