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Die Herrlichkeit des Wortes Gottes (8)

Published 9 months, 2 weeks ago
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Der Bibeltext Psalm 119,57-64 – ausgelegt von Matthias Keilholz.

Da setzt sich einer aber voll ein. „Ich suche deine Gunst.“ „Ich bedenke meine Wege.“ „Ich eile und säume nicht.“ Und zur Mitternacht steht er auch noch auf – zu einer Zeit, in der andere sich erholen und im Schlaf wieder neue Kraft sammeln. Es muss um sehr viel gehen, wenn sich der Psalmbeter so ins Zeug legt.

Sehr geschickt setzt der Beter mit dem ersten und letzten Vers in dieser achten Strophe des
Psalms den Rahmen, in dem er sich bewegt. Im hebräischen Text beginnen alle Verse mit dem Buchstaben „Chet“, dem achten Buchstaben des Alphabets. Und die beiden Wörter, die den ersten und achten Vers einleiten, heißen „Cheleq“ und „Chesed“ – Erbteil und Güte.

Darum also geht es. Der Beter hat ein großes Erbteil vor Augen. Er hat seinen Anteil an etwas überaus Kostbarem. Die Neue Genfer Übersetzung sagt es so: „HERR, du selbst bist mein kostbarer Schatz.“

Wenn von Schätzen die Rede ist, werden Menschen hellhörig. Wer abenteuerlich gestimmt ist, denkt vielleicht an die Schatzinsel, den Roman von Robert Louis Stevenson. Andere spazieren mit ihren Metalldetektoren durch historisch bedeutsame Landstriche und hoffen, vergrabene Münzen, Schwerter oder andere Kostbarkeiten aufzuspüren. Oft ist es vergebens. Aber es sind auf diese Weise auch schon wahre Kostbarkeiten entdeckt worden.

Der Anteil oder Schatz, den der Psalmbeter im Blick hat, ist aber noch viel mehr als alle vorstellbaren Goldschätze oder Edelsteinsammlungen. „Du selbst bist mein kostbarer Schatz“, sagt der Beter und meint damit Gott in Person. Martin Luther weist in seiner Übersetzung schon auf das Tun hin: „Das soll mein Erbe sein, dass ich deine Worte halte.“ Doch wörtlich und in der Reihenfolge, wie die Wörter im hebräischen Text erscheinen, steht dort: „Mein Anteil – Gott – sage ich.“

Wer das Wort Gottes so sehr liebt und in so vielen Versen abwechslungsreich besingt, der kennt dieses Wort, die Tora, sehr genau. Wenn der Psalmbeter einer der bibelkundigen Gelehrten, vielleicht ein Priester ist, dann weiß er eines ganz gewiss: Gott hat sich selbst zu einem Anteil, zu einem Erbteil und Schatz der Leviten eingesetzt.

So heißt es im 4. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 20: „Und der Herr sprach zu Aaron: Du sollst in ihrem Lande kein Erbteil besitzen, auch keinen Anteil unter ihnen haben; denn ich bin dein Anteil und dein Erbteil inmitten der Israeliten.“

Diese Bestimmung wird an verschiedenen Stellen der Bibel wiederholt. So wird sie auch vom Propheten Hesekiel aufgegriffen. Im Buch Hesekiel, Kapitel 44, Vers 28 steht: „Und Erbbesitz sollen sie – die Priester und Leviten – nicht haben; denn ich bin ihr Erbbesitz. Auch sollt ihr ihnen kein Eigentum an Land geben in Israel; denn ich bin ihr Eigentum.“ 

Tatsächlich: Gott erklärt sich zum Erbteil, zum Eigentum der Leviten und Priester. Sie sind aus dem Volk ausgesondert für ihren ganzen Einsatz zum Dienst am Tempel, am Heiligtum Gottes. Und Gott bestimmt daher nicht nur Anteile an den Opfergaben der Israeliten zum Anteil für die Priester. Er selbst wird zu diesem Anteil.

Wo immer davon die Rede ist, dass Gott der Schatz, der Anteil oder Erbteil eines Menschen ist, steht diese Ordnung Israels im Hintergrund. „Der Herr ist mein Gut und mein Teil“, sagt David in Psalm 16, Vers 5. Und Asaf betet (Psalm 73,26): „Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“

Dieser Gedanke setzt sich bei Paulus fort. Christen sind Kinder Gottes und damit auch Erben, (Galater 4,7). Und an Titus schreibt er (Titus 3,4): „damit wir, durch dessen Gnaden gerecht geworden, Erben seien nach der Hoffnung auf ewiges Leben.“ Die Beispiele lassen sich noch fortführen.

Einen größeren Schatz kann sich kein Mensch denken, als dass Gott sich selbst ihm zum Erbe und Eigentum gibt. So w

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