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Die Feindschaft des Herodes Antipas und die Klage über Jerusalem

Published 8 months, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext Lukas 13,31-35 – ausgelegt von Gabriel Klusz.

Einige Pharisäer kamen, um Jesus vor den Machenschaften des Herodes zu warnen. Das ist sonderbar, denn sie stehen sonst nicht auf Jesu Seite. Sie beobachten ihn vielmehr, ob sie etwas gegen ihn vorbringen könnten. Sie verklagen ihn eher, und wollen ihn ihrerseits aus dem Weg schaffen. Doch nun gehen sie zu Jesus und teilen ihm mit, dass König Herodes ihn töten will. Wie passt das zusammen? Ist das eine Finte, um Jesus aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes Antipas, das sich über Galiläa und Pärea östlich des Jordans erstreckte, nach Judäa zu locken? Dort wäre Jesus dann im Machbereich des Sanhedrins – das war der Hohe Rat, die oberste jüdische Religionsbehörde – Oder wollte Herodes Jesus aus seinem Herrschaftsgebiet haben, da er wegen Johannes dem Täufer ein schlechtes Gewissen hatte? Es wäre denkbar, dass Herodes auf keinen Fall in die Verlegenheit kommen, wollte, auch Jesus töten zu müssen, und dass er vielleicht darum die Pharisäer eingespannt hat, die Jesus abschrecken sollen. – Aber das ist nicht mehr genau zu klären.

In seiner Antwort nennt Jesus Herodes einen ‚Fuchs‘. Er weiß, wie verschlagen und hinterhältig Herodes sein kann. Was Jesus dann aber sagt, zeigt seine Größe und Vollmacht, die weit über Herodes steht. Jesus hat Autorität, Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen. Seine Absicht ist, Menschen zu helfen und ihnen eine gottgewollte Lebensperspektive zu schenken.

Hinter Jesu Antwort steht auch, dass er handeln wird. Denn nicht die Pläne des Herodes werden sich erfüllen, sondern in allen Bereichen der Heilsplan Gottes, seines Vaters im Himmel.

Die Aussage: „Heute…, morgen… und am dritten Tag“ ist wohl eine damals bekannte Redewendung oder ein Rätselspruch. Wenn Jesus dann aber sagt: „am dritten Tage werde ich vollendet“, dann unterstreicht er damit, dass sein Sterben am Kreuz – und grade seine Auferstehung am dritten Tag – „Vollendung“ seines Lebens bedeutet. Jesus wurde Mensch, damit er durch die Hingabe seines Lebens die Folgen der Sünde sühnte und so die Erlösung der Menschen vollendete. Und dieses Ereignis wird sich nicht mehr lange hinziehen. Hier redet Jesus sowohl verhüllend als auch klarstellend. Er wird nach dem Willen des Vaters handeln, und keine Drohung des Herodes wird daran etwas ändern können.

Jesus steht in seinem Tun unter einem göttlichen „muss“. Er muss „heute…, morgen… und dem Tag danach“ wandern. Er weiß, wohin er geht, was er tun wird und was ihn erwartet. Er weiß, dass sein Sterben vor den Toren Jerusalems erfolgen wird – und eben nicht in Galiläa. Viele Propheten vor ihm starben in Jerusalem (so z.B. der Prophet Uria, oder der im Tempelhof gesteinigte Secharja und auch andere). Und darum steht auch ihm, dem bedeutendsten Propheten, dieses Schicksal bevor. Die Art und Weise, wie Jesus hier den Pharisäern antwortet, zeigt seine Erhabenheit und Hoheit.

Dann spricht Jesus, klagend und schmerzerfüllt, über die Stadt Jerusalem. Sie steht hier als Repräsentant für das ganze Volk Israel. Die zweimalige Wiederholung des Namens zeigt, dass nun wichtige Worte folgen werden. Bei Jesus kommen solche Doppelungen eines Namens oder vor einer wichtigen Aussage immer wieder vor. z.B. wenn er sagt: „Simon, Simon, der Satan hat begehrt, euch zu sieben“, oder auch: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch…“ oder „Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe“.

Es fällt auf, dass Jesus an dieser Stelle offensichtlich zu den Pharisäern in Galiläa redet – also weit von Jerusalem entfernt. Jesus drückt hier seine Zuwendung zu Jerusalem und zu ganz Israel aus. Er kam, aus Liebe vom Vater gesandt, um seinen Volksgenossen und Landsleuten, in seiner Person, das Reich Gottes zu bringen, Gottes Erlösungsangebot vorzulegen und sie vor dem Verderben zu schützen, „wie eine Henne ihre Küken“. Davon jedoch wollen die Pharisäer und die leitenden Vertreter des Volkes nichts

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