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Von Rangordnung und Auswahl der Gäste

Published 8 months, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext Lukas 14,7-14 – ausgelegt von Bernd Seidler.

Sind Sie schon einmal zu einem großen Fest, vielleicht zu einer Hochzeit, eingeladen worden?

Dann kennen Sie bestimmt die Suche nach dem Platz, der für sie bestimmt ist. Wenn es Platzkarten gibt, ist das ja ganz einfach: einfach sich da hinsetzen, wo die eigene Namenskarte steht. Manche Gastgeber lassen es den Gästen offen, wo sie sich platzieren. Dann wird es spannend.

Würden sie sich ganz nach oben an die Festtafel setzen? Ganz in der Nähe des Brautpaares – das wäre doch herrlich. Oder hätten Sie Angst, dort weggeschickt zu werden, weil diese Plätze vielleicht besonderen Ehrengästen zustehen?

Wie peinlich wäre das denn, wenn jemand sie von dort an einen anderen hinteren Platz verweisen würde!

Ich jedenfalls habe so eine peinliche Situation immer vermieden. Wenn ich zu einer großen Feier eingeladen wurde, habe ich genau geschaut, wo mein Platz vorgesehen war. Ich wollte nicht des Platzens verwiesen werden. Wenn es keine Tischkarten gab, habe ich mich meist ans Ende der Festtafel gesetzt. Und manches Mal wurde ich dann gebeten, weiter vorne Platz zu nehmen.

Ja, das ist klug, sich nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Entsprechend findet sich dieser Ratschlag auch genauso in der Bibel. Im Buch der Sprüche Kapitel 25, Vers 6+7 heißt es: „Spiel dich in der Gegenwart des Königs nicht in den Vordergrund und stell dich nicht an denselben Platz wie die Würdenträger. Denn besser, man fordert dich auf: „Komm, nimm den Platz hier oben ein!“, als dass man dich in Gegenwart eines Vornehmen herabsetzt.“ (nach NGÜ).

Jesus erzählt eine Geschichte, in der es auf den ersten Blick um die Frage geht: Wo setze ich mich hin? Sind die Worte Jesu Ratschläge für die Teilnahme an einer Feier mit vielen Promis und Würdenträgern? Gibt Jesus mir einen Leitfaden, wie ich einen möglichst guten Platz an der Festtafel erhalte? Möglichst bescheiden tun, um am Ende groß rauszukommen?

Und in dem zweiten Impuls, den Jesus setzt: Weist er mich an, wen ich zum Essen einladen sollte? Ist Jesus hier der praktische Ratgeber? Wäre ja gar nicht so uninteressant! Aber in diesen Worten Jesu geht es ihm nicht um Tipps für die Teilnahme an einer Festveranstaltung. Nein, hier geht es um mehr, sehr viel mehr. Es geht um eine innere Herzens-Einstellung.

Es geht um den Mut, Gottes Ehre zu suchen und nicht in erster Linie nach der Anerkennung durch Menschen zu schielen. Es geht darum, den Mitmenschen zu dienen und andere nach vorne zu bringen; auch und gerade die Menschen, die für die meisten anderen unbedeutend sind. Und es geht darum, sich von Gott selbst den Platz zuweisen zu lassen.

In dem Gleichnis ist der Gastgeber derjenige, der die letzten Entscheidungen und Bewertungen vornimmt. Wer ist der Gastgeber, von dem Jesus erzählt? Während wir da vielleicht noch herumrätseln, ist dem geübten Bibelleser schnell klar. Der Gastgeber vom Fest ist Gott selbst.

Und die große Feier ist ein Bild für Gottes ewiges Reich und Gottes neue Welt. Jesus vergleicht das Leben in seinem Reich mit einem wunderbaren Fest. Und Gott selbst ist der Gastgeber. Somit ist die Kernaussage: Wer sich selbst groß rausbringt und andere in den Schatten stellt, den stellt Gott am Ende ganz nach hinten.

„Wie kann ich andere beeindrucken, wie kann ich die anderen übertrumpfen, wie kann ich mich bestmöglich in Position bringen, um groß rauszukommen“ – das beeindruckt Jesus so gar nicht. Er, der sich selber als Diener sah, lädt uns ein, es ihm nachzumachen und Gott zu ehren und den Mitmenschen zu dienen.

Und Jesus stellt einen großen Gewinn in Aussicht. Wer den Mut hat, anderen zu dienen, den wird Gott ehren und wer sich seinen Platz von Gott zeigen lässt, der wird nicht herabgestuft, sondern aufgewertet.

Wie großartig ist es, wenn Sie und ich erfahren: Gott sieht mich, er ehrt mich und schenkt mir einen Platz in seiner Nähe. Jesus verwei

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