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Back to EpisodesVon der Vergebung, der Kraft des Glaubens und der Pflicht des Knechts
Description
Ein Warnschild stand da vor der Kurve. Und hätte ich nicht so schlimme Zahnschmerzen gehabt, wäre ich an diesem Samstag gar nicht ins Auto gestiegen. Denn der heftige Wind peitschte Eisregen herunter, so dass die Straßen spiegelglatt wurden. Aber meine Zahnschmerzen waren so heftig, dass ich mich trotzdem auf den Weg zu der Zahnarztpraxis machte, die Wochenenddienst hatte. Ich fuhr der Glätte wegen sehr, sehr langsam – aber in dieser Linkskurve rutschte der Wagen einfach geradeaus weiter! Und kam dann im Graben zu liegen. Hätte ich doch das Warnschild beachtet!
In unserem Bibelabschnitt heute sind uns zwei Warnschilder genannt, die vor und nach der Strecke mit dem Hinweiszeichen stehen.
Das erste Warnschild will uns auf kommende Verführungen hinweisen, das zweite an unsere Pflichten erinnern.
Der kurze Bericht dazwischen ist ein Hinweis darauf, was die Jünger für ihren Glauben erbitten.
Wachsamkeit ist gefragt
Nun zum 1. Warnschild: Es mahnt uns wachsam zu sein, da es so viele interessante Verlockungen gibt. Verlockungen, die nach uns greifen, Verlockungen, die dem Glauben an Gott die Kraft und das Faszinierende rauben können. Die ihn einfach verdrängen können.
Für einen ist es das leidige Geld, das uns doch so viel Schönes ermöglicht. Aber Geld kann auch einen starken Einfluss auf die Entscheidungen im Alltag haben.
Verlockend kann auch der Einfluss sein, den Anerkennung und Macht ermöglichen. Ja, wenigstens einmal die Stelle des Chefs einnehmen können … Für andere wieder kann die sexuelle Anziehungskraft schöner Frauen oder Männer zum Fallstrick werden. Da wachsam zu sein – und den Verlockungen widerstehen, darauf weist uns die Bibel heute hin.
Dienende Haltung
Das andere Warnschild betrifft unsere Haltung zum Dienen, zum Dienst überhaupt, und damit aber auch die Frage nach dem Akzeptieren des Hausherren – und die Bereitschaft seine Aufträge zu erfüllen. Diese beiden Ermahnungen rahmen die Antwort Jesu ein – die Antwort auf die Bitte der Jünger, ihren Glauben zu stärken. Was die Jünger von Jesus erbeten haben, war und konnte ja nur ganz im Sinne ihres Meisters Jesus sein! Und ich finde, das ist etwas Gutes.
Ihre Bitte: „Stärke uns den Glauben!“ kann und darf auch unsere Bitte sein. Auch wer heute Nachfolger Jesu sein will, tut gut daran, so zu beten: „Stärke uns den Glauben!“ Die Antwort Jesu aber fällt ganz anders aus als erwartet. Vielleicht überrascht sie uns sogar?
Wenn ich überlege, was ich für meinen Glauben für wichtig und erstrebenswert halte, denke ich als erstes: auf Gottes Wort hören, also es lesen und beachten. Die Gebote Gottes beachten, beten und Gemeinschaft in der christlichen Gemeinde suchen! Auch im Gottesdienst und beim Abendmahl Glaubensstärkung suchen.
Was ist wichtig für meinen Glauben?
Jesus aber antwortet: „Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer! und er würde gehorchen.“
Jesus weicht der Bitte seiner Jünger mit dieser merkwürdigen Antwort keineswegs aus. Er möchte ihnen und uns ja gern den Glauben stärken und er tut es auch durch dieses Wort.
Aber er antwortet eben ganz anders, als wir denken. Sehen wir uns die Antwort Jesu genauer an! Das Senfkorn gilt als kleinstes Samenkorn aller Staudengewächse in Israel. Es ist wesentlich kleiner als die Senfkörner bei uns. Nur ein Bruchteil der Größe. Ich hatte schon einmal ein derartiges auf der Hand und war erstaunt, dass es nicht einmal die Größe eines Brotkrümels hatte.
„Glaube so groß wie ein Senfkorn“ bedeutet also „winzig kleiner Glaube“, oder auch „aller geringster Glaube“. Die Sache mit dem Maulbeerbaum ist der Inbegriff des Unmöglichen. Maulbeerbäume waren besonders fest und besonders tief