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Back to EpisodesVom Kommen des Gottesreiches und vom Tag des Menschensohns
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„Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende“. Dieses Zitat von Oscar Wildev kam mir beim Nachdenken über den heutigen Abschnitt aus dem Lukasevangelium in den Sinn. Denn auch darin geht es um das Ende oder wie es im Kontext der Bibel oft heißt, die Endzeit. Bibeltexte, die sich mit der Endzeit beschäftigen, gibt es zahlreiche. Ich habe gelesen, dass es, je nachdem wie weit man dieses Thema fasst, mindestens 100-150 Stellen sind. Dabei verwendet die Bibel gar nicht immer den Begriff Endzeit. Oft heißt es „Jüngstes Gericht“, „Weltgericht“, „Wiederkunft Christi“ oder wie im Lukasevangelium: „Kommen des Reiches Gottes“ oder „Tag des Menschensohnes“ – wobei Menschensohn eine Bezeichnung für Jesus Christus ist.
Bereits im Alten Testament kann ich Texte und Bücher finden, die sich mit dieser Thematik befassen: vor allem die Propheten Daniel, Jesaja, Hesekiel und Sacharja. Das am stärksten apokalyptische Buch der Bibel, das Buch also, das sich am intensivsten mit der Endzeit auseinandersetzt, kann ich jedoch am Ende des Neuen Testament finden – in der Offenbarung des Johannes.
Da apokalyptische Texte auch prophetische Texte sind, die eine Vorausschau auf Zukünftiges geben, wird dabei viel in Bildern gesprochen. Von Drachen, Reitern und Posaunen ist die Rede, von Tieren und geheimnisvollen Zahlen. Vielleicht war es zur Entstehungszeit dieser Texte anders, aber für die meisten Menschen heute oder zumindest für mich, sind diese Bilder schwer zu verstehen. Dazu kommt, dass im Zusammenhang der Endzeit viel von Kriegen, Hungersnöten, Seuchen, Naturkatastrophen bis hin zu kosmischen Ereignissen zu lesen ist. Als wäre unser Hier und Jetzt mit all seinen Krisen und Herausforderungen nicht schon schlimm genug! All dies führt dazu, dass Endzeittexte meist düster sind und oft ein Gefühl der Beklemmung, wenn nicht Angst auslösen.
Tatsächlich glaube ich jedoch, dass Angst machen nicht das Ziel dieser Texte ist. Ganz im Gegenteil sogar! Ich glaube, nein, ich bin fest davon überzeugt, dass diese Texte Mut und Hoffnung machen sollten und immer noch wollen. Sie entstanden vor allem in Zeiten, die durch Unterdrückung, Verfolgung und Hoffnungslosigkeit geprägt waren: Das Buch Daniel z.B. entstand zur Zeit der Verfolgung durch Antiochos IV. im 2. Jahrhundert vor Christus und die Offenbarung des Johannes wurde zur Zeit der Christenverfolgung unter römischer Herrschaft geschrieben. Die drastische Sprache dieser Texte will also keine drohenden Horrorszenarien heraufbeschwören, sondern spiegelt den realen Schrecken der Zeit wider. Gleichzeitig beinhalten diese Texte immer auch eine verborgene Hoffnung: Das Böse herrscht – aber nicht ewig. Denn Gott wird eingreifen!
Die Hoffnung darauf war schon zu Jesu Zeiten auf Erden sehr real. Israel war besetzt von den Römern und die Menschen warteten und hofften sehnsüchtig darauf, dass endlich der angekündigte Retter kommt, um das Reich Gottes aufzubauen und das Land von der Fremdherrschaft zu befreien. In den Abschnitten vor unserem heutigen Bibeltext spricht Jesus tatsächlich vom Kommen des Reiches Gottes und vom Tag des Menschensohns. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Pharisäer Jesus fragen, wann dies endlich passieren wird. Jesus Antwort ist überraschend: Das Reich Gottes kommt nicht erst, es ist schon da! Das Reich Gottes beginnt nicht erst „irgendwann“ – es hat schon begonnen: In Jesus selbst ist Gottes Gegenwart bereits da. Wer ihm vertraut, lebt jetzt schon im Reich Gottes. Selbst wenn es von außen betrachtet Krisen und Nöte gibt. Gott ist da – an der Seite der Menschen damals und an unserer Seite heute, mitten in der Not und Hoffnungslosigkeit unserer Zeit.
Gottes Reich trägt jetzt schon – und es wird eines Tages vollendet, sichtbar für alle!
Genau darüber sprechen die Verse Lukas, 22-37: nämlich über die Wiederkunft Jesu und die endgült