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Gebet um Leitung und Bewahrung

Published 8 months, 1 week ago
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Der Bibeltext Psalm 5 – ausgelegt von Rainer Kroninger.

Ein flehender König auf den Knien. Die hebräischen Worte zeigen mir seine tiefe Erschütterung. Dann aber wird sein Beten immer fester und hoffnungsgewisser. Ja, Psalm 5 lässt uns teilhaben an einer Direktübertragung in die himmlische Welt. Gott öffnet sich für solche Gebete. Denn sie sind ganz nach seinem Herzen. Auch heute.

Dieses leidenschaftliche Gebet berührt mich tief. So als wäre es direkt für meine notvolle Zeit gesprochen. Zu dem Gott, der auch die heutigen Missstände und zum Himmel schreienden Untaten und Lügen verabscheut. Der auch über Heutiges zornig und außer sich ist. Noch immer verüben Menschen die gleichen Frevel ihm gegenüber: weggeschobene Verantwortung und verweigerter Gehorsam. Keiner ist da ausgenommen. Nicht nur die großen, machtvollen Übeltäter tun das – wir alle leben so. Ohne Ausnahme. Auch mein eigener Mist trägt bei zum bedrohlichen Misthaufen unserer Zeit.

David aber ist trotz all seiner Fehler ein Ausnahme-König. Ehrlich und bereit ist er für die volle Verantwortung für sich und sein Volk. So sucht er täglich Kraft und Wegweisung bei Gott. Auch in seinen dunkelsten Stunden, in der größten Ausweglosigkeit - Vers 3: „Du bistmein König und mein Gott, zu dir schreie ich, dich flehe ich an!“ Beter wie ihn, Politiker mit seiner Leidenschaft, hat unsere Zeit zutiefst nötig.

Die tägliche Nachrichtenlast, die Zunahme des Ungelösten und zutiefst Unguten, macht heutige Menschen ja auch entsetzt und tief besorgt. Die einen verstummen, die anderen schimpfen und ereifern sich mit Schuldzuweisungen. Hier, in Davids Worten, da wird geklagt, wo es hingehört: Gott selbst wird um Beistand angerufen. Nach seiner Hilfe und seinem Weg wird gefragt. Denn der lebendige Gott ist nicht so ohnmächtig, wie ich. Auf seine Fürsorge und seinen Weg mit mir zielt darum mein Beten. Und das ist eben kein bequemes „Mach´ du mal, Gott!“ Nein, dieses Beten geschieht mit der Einsicht, dass ich ernten werde, was ich `gesät habe´. Doch ich bete mit dem Vertrauen, dass Gott eben keiner ist, der sich schadenfroh zurücklehnt und zuschaut. Ja, Davids und mein Beten wissen um die heilsame, rettende und bewahrende Liebe des Schöpfers. „Ach, Vater, wehre du das Schlimme ab – setze du den bösen Entwicklungen bitte Grenzen!“, – so bete ich. Und mich dabei zu neuem Gehorsam, zu neuer Zuversicht aufraffen. Zu Worten und Taten, die Gott wieder die Ehre geben. Jedes Beten nimmt mich als Beter selbst in die Pflicht. So oft hat David dies in seinem Leben erfahren: Gott will, dass mein Beten und Tun zusammenpassen!

Ein erster Schritt ist das Erspüren der wichtigen Gebetsanliegen. Meine Gebetsworte werden dann zur Verpflichtung: wollen mich mitnehmen – mich einbinden in das Tun Gottes. Jesus, der Davids-Nachkomme und Gottessohn, hat dies vorgelebt. Er sendet Sie und mich als seine Jünger und Jüngerinnen in die Nöte und Fragen unserer Zeit. Fürs Jammern oder für sinnlose Zukunftsängste habe ich gar keine Zeit! Viel wichtiger ist, dass ich als Beter auch hoffend und helfend handle. Die lähmende Masse all der Unzufriedenen und Aufbegehrenden ist schon groß genug! Jesus braucht Getröstete und Mutige; braucht Menschen, die Anderen Salz und Licht sein können.

Es geht also um solche Direktverbindungen in die himmlische Welt: Meine Anliegen und Sorgen will Gott hören. Und ich brauche seine Hinweise und Kraft für ein beherztes und heilsames Tun.

Wie weit sich unsere Zeit von Gott entfernt hat, sehe ich schon allein an dem Stichwort `Wutbürger´. Schuld sind natürlich immer nur die anderen. Ich fühle mich als Opfer. Und ich lasse mir nicht alles bieten. Diesen Frust lasse ich auch raus: Im Straßenverkehr, oder wo einer mich nervt. An Menschen, die mich stören – deren Handeln mich irritiert oder ängstigt. – Jesu Sicht der Nöte ist ganz anders. Er sieht die Ursachen, warum Menschen sich zum Beispiel entstellt haben oder sonst w

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