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Back to EpisodesDer Weg des Frommen, der Weg des Frevlers
Description
Sechs kurze Verse - so beginnt das erste Kapitel der Psalmen. Mir kam spontan der Gedanke: Das ist wie ein Prolog in einem Buch, also ein Vorwort. Psalm 1 ist eine Einleitung, die uns einstimmen soll auf das, was die restlichen 149 Psalmen erzählen. Er ist den vielen persönlichen Gebeten und Dialogen, in denen Menschen mit Gott um ihr Seelenleben ringen, vorangestellt.
In diesem Prolog wird Gott nicht direkt angesprochen. Es gibt keinen Ich-Erzähler, der emotional ausschweifend sein Herz vor ihm ausschüttet. Ganz nüchtern werden wir belehrt, wie sich das Leben eines Menschen, der Gott vertraut, unterscheidet von dem Leben eines Menschen, der nur sich selbst vertraut.
Braucht es so eine Belehrung? Schließlich sind doch die übrigen Psalmen so lebensnah. Mit den Psalmbetern kann ich mitfiebern. In ihre Situation kann ich mich oft hineinversetzen. Trost und Lebenshilfe habe ich dort schon gefunden.
Meiner Erfahrung nach sollte man sich aber auf Prologe in Büchern einlassen, weil sie meistens zum Verständnis der folgenden Geschichte beitragen. Also möchte ich sie nun mitnehmen in ein tieferes Hineinschauen in die 6 Verse des Ersten Psalms.
In modernen Bibelübersetzungen wird er mit dem Titel "Wahres Glück" überschrieben. Jetzt wird es interessant. Wer möchte nicht das wahre Glück finden? Wie viele Ratgeber wurden zu diesem Thema schon geschrieben? Ganz abgesehen davon, was eigentlich wahres Glück ist. Kann man das in sechs Sätzen erklären?
Ja, in diesem kurzen Psalm steckt alles drin, was wir Menschen brauchen, um ein glückliches Leben zu führen. Er ist eine Anleitung zum Glücklichsein. Es fängt damit an, dass ich Grenzen setze: Glück ist die Fähigkeit "nein" zu sagen. Ich soll die Bereiche meiden, in denen das Böse regiert. Der Psalm spricht von Gottlosen, Sündern und Spöttern. Gemeint sind alle, deren Lebensethik nicht auf dem Wort Gottes beruht.
Dieses Wort Gottes, das im Psalm auch das Gesetz des Herrn genannt wird, ist der Schlüssel zu einem zufriedenen und gelingenden Leben = zum Glück. Ich muss sagen, der Vers 2 fordert mich hier sehr heraus: da wird gesagt, ich solle Lust am Wort des Herrn haben und darüber Tag und Nacht nachdenken. Wie oft schaue ich wirklich in meine Bibel? Wieviel Zeit nehme ich mir in meinem Alltag, um darüber nachzudenken? Ja, wenn´s mir schlecht geht oder wenn ich Angst habe, kommt mir der Gedanke schon und ich fange an zu beten.
Dann lese ich weiter und im 3. Vers entsteht dieses wunderbare Bild vom Baum, der am Wasser gepflanzt ist und dadurch immer gut versorgt ist. Nicht nur das, er trägt auch schöne Früchte. Dieses Bild enthält für mich einen echten Sehnsuchtsort. Es strahlt so viel Ruhe und Frieden und Schönheit aus. Um diesen fest verwurzelten Baum herum sieht es paradiesisch aus. Und selbst, wenn ein Sturm aufzieht, biegt er sich geschmeidig, bricht aber nicht.
Nach diesem Glück sehne ich mich. Der Psalm 1 erinnert mich daran, dass Gott mir diese Versorgung mit dem Notwendigen zusagt. Er schenkt meinem Leben Gelingen. Wie kann ich mich bei ihm verwurzeln?
Ich darf sein Follower werden, seine Nachfolgerin. Praktisch möchte ich Folgendes einüben:
1. Ich will mir konkret Zeit in meinem Alltag einräumen, die ich mit Gottes Wort verbringe. Die Bibel soll wieder Ratgeber-Lektüre werden. Ich bin gespannt darauf, zu welch neuen Erkenntnissen ich dadurch komme.
2. Ich will offen für neue Wege werden, auf denen der Heilige Geist Gottes mich führt und nicht der Zeitgeist. Ich möchte erleben, wie mein Blickwinkel geweitet wird, damit ich das Gute sehe.
3. Das Wort Gottes soll Priorität haben vor all den vielen Worten dieser Welt. Konkret heißt das, dass er mein Begleiter ist, dessen Worte ich höre und nicht mein Handy, das mich zudröhnt mit sinnfreien Infos.
Wenn mich die Nachrichten entmutigen oder Schwieri