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Das Gleichnis vom rostigen Topf

Published 7 months, 2 weeks ago
Description
Der Bibeltext Hesekiel 24,1-14 – ausgelegt von Klaus Brier.

An meinem Computer öffne ich das Schreibprogramm, und plötzlich taucht diese Meldung auf:
Soll das Dokument verworfen werden?
Verworfen – ach so, gelöscht, weg für immer …

Da fiel mir plötzlich ein, was Gott über sein Volk gesagt hat: Ihr habt mich verworfen.

Wenn Sie einen Plan für einen Sonntagsausflug machen und ihn dann verwerfen, dann ist der Plan eben weg.

Was bewegt ein Volk, das über Jahrhunderte erlebt hat, dass Gott sich treu an seinen Bund, an seine Verheißungen hält – ihn zu verwerfen? Gott gibt alles, Gott tut alles, damit es seinen Leuten gut geht – und sie verwerfen ihn. Sie versuchen, ihn in ihrem Leben zu löschen.

Wenn Gott gelöscht, verworfen wird, dann gibt es so etwas wie ein Vakuum, das wieder gefüllt werden muss. Aber womit? Wenn ich Gottes Leitlinien, die sich so durch die Bücher Mose ziehen, durchstreiche – was bleibt dann? Die Leitlinie der Nächstenliebe, die Leitlinie, dem Schwachen zu helfen, die Leitlinie, in einer Beziehung treu zu sein, die Leitlinie, Gott zu ehren – wodurch kann der Mensch das ersetzen?
Also, ich glaube: Liebe lässt sich durch nichts ersetzen. Und so lässt sich auch ein Gott, der von sich sagt, dass er Liebe ist, durch nichts ersetzen.

Ich frage mich: Wie geht Gott damit um, verworfen, gelöscht zu werden?
Wie würde es Ihnen gehen, wenn Ihnen jemand sagt: Du, ich habe dich gerade komplett aus meinem Leben gelöscht!

Also nicht nur in meinem Adressbuch, in der WhatsApp-Gruppe, sondern in meinem Innersten, in meinem Herzen.

Würde Ihnen das wehtun?
Wenn ja, dann verstehen Sie auch den Schmerz, den Gott damals hatte. Keine Kopfschmerzen vom Grübeln, was sein Volk da gerade treibt, sondern Herzschmerzen – also etwas, das eine ganze Schicht tiefer geht.

Mit diesem Schmerz macht Gott immer wieder in seiner Beziehung zu seinem Volk weiter. Es ist nicht das erste Mal, dass er erlebt, dass sein Volk ihn verlässt.

Verworfen und gelöscht – aber Gott redet weiter. Menschen können ihn für tot erklären, aber das hindert ihn nicht, weiter zu reden und zu handeln. Und das immer so, dass er das Wohl des Menschen vor Augen hat. Die Liebe Gottes strebt danach, das Minus im Leben eines Menschen in ein Plus zu verwandeln. Gefangene, Gebundene sollen frei werden; seelisch Verwundete sollen geheilt werden; in Beziehungen soll Vergebung und Versöhnung neues Leben schenken.

Dieses Minus-Leben, das Gott jetzt hinter den großen Mauern Jerusalems beschreibt, wird sehr deutlich dargestellt. Es gibt vergossenes Blut, und es gibt diesen Geist der Unreinheit, der sich mehr und mehr breitmacht.

Im Hebräischen bedeutet unrein so viel wie: nicht geeignet für Gottes Nähe. Und das ist das genaue Gegenteil von dem, was Gott möchte. Gott will, Gott sucht die Gemeinschaft mit dem Menschen. Kein ferner Gott, sondern ein teilnehmender, ein mitleidender Gott, der den Menschen anspricht, der ihn immer wieder auffordert, ein Leben zu führen, das Gottes Wesen weiterträgt, das seine herzliche Liebe weiterträgt.

Und jetzt redet Gott noch einmal durch dieses Gleichnis von dem rostigen Topf. Ein Topf voller Fleisch – und jetzt gibt es so richtig Feuer. Aber nicht, um das Fleisch essbar, genießbar zu machen. Der Rost am Topf muss weg.

Was ist der Unterschied zwischen Rost und Dreck?
Dreck kann ich abwaschen, da geht Reinigen recht einfach. Wenn ich innerlich verschmutzt bin, dann kann ich das machen, was der Apostel Paulus Jahrhunderte später einmal gesagt hat: Reinigt euch im Wasserbad des Wortes Gottes! Also: Gottes Wort hat ganz einfach eine reinigende Wirkung. Es zeigt mir den inneren Schmutz, und es bringt mich dazu, mein Denken – und dadurch auch mein Handeln – zu ändern.

Rost hat eine andere Wirkung: Es hat eine zerstörende Wirkung. Wenn ich mein Auto zum TÜV bringe und ein tragendes Teil,

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