Episode Details
Back to EpisodesIn Gottes Händen geborgen
Description
Davids Psalmen: 3000 Jahre alt und immer noch aktuell
In der Lutherbibel wird dieser Psalm überschrieben mit den Worten: In Gottes Händen geborgen.
Von David, dem Schreiber dieses Psalms, stammen noch viele weitere dieser Lieder. Er wurde in Bethlehem geboren, wie Jesus auch, nur ungefähr 1000 Jahre früher. Wenn wir also nachrechnen, dass Jesus vor gut 2000 Jahren hier auf unserer Erde gelebt hat, bedeutet das: die Psalmen Davids sind 3000 Jahre alt! So alt – im Vergleich dazu sehe ich die Werke von Goethe, Schiller oder Storm beinahe als Neuerscheinungen an! So alt sind die Psalmen – und immer noch aktuell!
Denn von David, der später bekannt und berühmt wurde als König David, können wir auch noch heute viel lernen. Als kleiner, unscheinbarer Hirtenjunge wuchs er in Bethlehem auf, als jüngster von acht Brüdern. Noch in dieser Zeit als Schafhirte war er schon von Gott auserwählt für sein Königsamt. Sein Leben war sehr bewegt und geprägt von Licht und Schatten, Freude und Leid, Ehre und Schande, Wohlwollen und Missgunst, Schuld und immer wieder die Gnade Gottes!
Davids Not und sein Vertrauen auf Gott
David kommt mit all seiner Not und Verzweiflung, sogar in Todesnot zu Gott, seinem Herrn. Er schüttet ihm sein Herz aus, bringt ihm seinen Kummer und Schmerz. Von ihm wird gesagt, er sei ein „Mann nach Gottes Herzen". Das heißt nun nicht, dass er nie etwas Unrechtes getan hätte, eher das Gegenteil war der Fall. Er hatte auch schwere Schuld auf sich geladen und musste die Konsequenzen dafür tragen.
Was hat diese alte Geschichte nun mit uns zu tun? Warum ist sie heute noch so aktuell?
„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an."
Das ist die wichtige Aussage an der Geschichte, finde ich. David kommt zu Gott mit seiner Not, seinem Kummer und Versagen. Und mit einem Herzen voll Vertrauen und Hoffnung. Schon die ersten Worte von Psalm 31 lauten: „Herr, auf dich traue ich, rette mich, höre mir zu, hilf mir schnell! Sei mir ein starker Fels und eine Burg" – und unmittelbar in der nächsten Zeile: „denn du bist mein Fels und meine Burg."
So geht es weiter durch diesen Psalm. David ist krank geworden vor Sorge und Todesangst, matt an Leib und Seele, seine Kraft ist verschwunden – wohl auch durch eigene Schuld und Missetat, so ähnlich drückt er sich aus. Seinen Mitmenschen ist er zum Spott und Schrecken geworden, sie gehen ihm aus dem Weg, er fühlt sich wie ein zerbrochenes Gefäß und fürchtet um sein Leben.
Fast wörtlich steht es so im Text, und ich denke: Oh nein, da hat es ihn aber sehr schlimm erwischt! So eine geballte Ladung an Leid und Unheil! Wie kann ein Mensch das alles ertragen?
Wenn das Leid auch uns trifft
Wie sieht es aktuell bei uns aus, bei mir und bei Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer? Es gibt leider solche schwierigen Lebenslagen, die jeden von uns treffen können. Den einen erwischt es mehr, den anderen weniger, und manchmal kommt es auch ganz dick und geballt. Vor Angst und Sorge krank werden, sich matt und kraftlos fühlen – wer hat sich nicht schon mal so gefühlt? Massive Bedrängnis durch Spott, Verleumdung, üble Nachrede und Mobbing können tiefe Depressionen verursachen. Ich kann mir gut vorstellen, dass davon betroffene Personen sich „vergessen im Herzen wie ein Toter" oder „wie ein zerbrochenes" Gefäß spüren. Wie am Boden zerstört sein – diesen erbärmlichen Zustand kann ich persönlich gut nachempfinden.
David klagt Gott sein Leid in einer sehr anschaulichen Art und Weise. Dann, so erscheint es mir, ändert sich seine Stimmung, als würde er tief Luft holen, und wendet sich Gott mit neuer Kraft und Freude zu. „Ich aber, Herr, hoffe auf dich! Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen." In den nächsten Versen bittet er