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Histologie klarzelliges Nierenzellcarcinom - mit PD Dr. med. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner

Histologie klarzelliges Nierenzellcarcinom - mit PD Dr. med. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner

Episode 686 Published 2 weeks ago
Description
Klinisch Relevant Podcast x Patho auf's Ohr

Heute hörst Du eine Feature Folge von "Patho auf´s Ohr" von und mit PD Dr. med. Charlotte Kümpers und Prof. Sven Perner!

🎙️ Histologie: Klarzelliges Nierenzellkarzinom

Stanzbiopsie, Immunhistochemie & WHO/ISUP-Grading verständlich erklärt

In dieser Folge von „Patho aufs Ohr“ – im Rahmen von Klinisch Relevant – besprechen Dr. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner einen klassischen histopathologischen Fall:

👉 Eine Stanzbiopsie aus dem rechten Oberpol der Niere mit Verdacht auf Malignität.

Im Fokus steht das klarzellige Nierenzellkarzinom (ccRCC) – die häufigste Form des Nierenzellkarzinoms.

🧪 Der Fall im Überblick • Patientin: 57 Jahre • Einsendung: Stanzbiopsie, rechter Nierenoberpol • Fragestellung: Malignom? Dignität? → Zytobefundung gewünscht • Dringlichkeit: Hoch (klinische Relevanz für Therapieentscheidung)

🔬 Histologie: Was zeigt die HE- und PAS-Färbung?

Mikroskopisch zeigen sich: • Reguläres Nierenparenchym mit Glomeruli und Tubuli • Übergang zu atypischer Zellpopulation • Nestartig angeordnete Zellen • Helles bis klares Zytoplasma • Monotone Zellkerne • Keine sichtbaren Nukleolen in 400-facher Vergrößerung

💡 Das klare Zytoplasma ist typisch für das klarzellige Nierenzellkarzinom.

🧬 Immunhistochemie – Warum und welche Marker?

Zur Bestätigung und Subtypisierung wurden folgende Marker eingesetzt: 👉 Das immunhistochemische Profil bestätigt die morphologische Verdachtsdiagnose. Marker PAX8: Positiv Hinweis auf renale Herkunft RCC: Positiv Typischer Marker für Nierenzellkarzinome CD10: Positiv Häufig bei klarzelligem RCC CK7: Negativ Spricht gegen papilläre Subtypen

🏷️ Endgültige Diagnose

Klarzelliges Nierenzellkarzinom, gut differenziert (G1) nach WHO/ISUP-Klassifikation

📊 WHO/ISUP-Grading – Warum Nukleolen entscheidend sind

Früher wurde das sogenannte Fuhrman-Grading verwendet (Kernmorphologie). Heute erfolgt das Grading nach WHO/ISUP, basierend auf der:

➡️ Prominenz der Nukleolen • Keine sichtbaren Nukleolen bei 400-facher Vergrößerung → G1 • Bessere Korrelation mit klinischem Verlauf

Das zeigt: Moderne Pathologie ist evidenzbasiert und prognoserelevant.

🧾 Tumorklassifikation (ICD-O)

Beispiel aus der Folge: • C64.9 → Lokalisation Niere • M8310/3 → Klarzelliges Nierenzellkarzinom • G1 → Gut differenziert

Ein TNM-Stadium ist bei Biopsiematerial nicht möglich – hierfür benötigt man ein Resektat.

🎓 Lernpunkte aus der Folge

✔️ Morphologie bleibt die Basisdiagnostik ✔️ Immunhistochemie dient der Bestätigung & Subtypisierung ✔️ WHO/ISUP-Grading basiert auf Nukleolen ✔️ Biopsien erlauben kein vollständiges TNM-Staging ✔️ Klarzelliges RCC ist das häufigste Nierenzellkarzinom

🔎 Ausblick

In kommenden Folgen widmen sich die Hosts weiteren Subtypen des Nierenzellkarzinoms, u. a. dem papillären RCC.

🎧 Über „Patho aufs Ohr

„Patho aufs Ohr“ bringt Pathologie praxisnah und verständlich in den klinischen Alltag – mit Fallbeispielen, Diagnostik-Tipps und Hintergrundwissen für Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal

Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und su

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