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Back to EpisodesErbarmen ohne Ende
Description
Ich habe mal einen sehr chaotischen Teenkreis erlebt: die Teilnehmer kamen fast alle aus schwierigen Verhältnissen. Dementsprechend haben sie sich dann im Teenkreis verhalten:
Es ging über Tische und Bänke. Eine Beleidigung folgte der anderen. Weder Inventar noch die Nerven der Mitarbeiter wurden geschont.
Der Leiter hatte Regeln aufgestellt, Sanktionen verhängt und auch mal Teenager für 1- 2 Wochen gesperrt - das heißt aus dem Kreis ausgeschlossen.
Was für die Teenager nach Ablauf ihrer Sperre immer beeindruckend gewesen ist, war: dass der Leiter sie ohne Vorbehalte wieder angenommen hat. Seine Geduld und Liebe zu diesen schwierigen Teens hat mich unglaublich beeindruckt. Jede Woche hat er ihre Launen und Ausfälle ertragen.
Der Teenkreis-Leiter hat zwar sanktioniert und bestraft. Aber es hat ihm immer wieder das Herz gebrochen, wenn er zu solch drastischen Maßnahmen greifen musste. Wie gern hat er seine Teenager anschließend wieder angenommen und Erbarmen mit ihnen gehabt! Und die Teenager sind trotz der Sanktionen und Strafen immer wieder zurückgekommen. Weil sie sich trotz ihrer Chaotik angenommen und wertgeschätzt gefühlt haben.
Der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau hat mal gesagt: „Kinder brauchen Liebe. Besonders, wenn sie sie nicht verdienen.“
Gott bezeichnet sein Volk auch als sein „Kind“. Zum Beispiel im alttestamentlichen Buch Jeremia, Kapitel 31, Vers 20: „Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der Herr“.
Durch weite Teile des Alten Testaments zieht sich das Problem mit dem Götzendienst: die Israeliten hat es gereizt, wie sich ihre Nachbarvölker selber sichtbare Götter gebaut haben. Diese Götter wurden dann verehrt und angebetet. Israel hat diese Idee kopiert und ebenfalls angefangen, solche Götzen zu verehren. Der Gott des Himmels geriet dadurch immer wieder in Vergessenheit.
Gott hat sein Volk immer wieder gewarnt: „Hört auf mit dem Unsinn! Was sollen euch denn diese leblosen Götzen bringen? Kehrt um zu mir!“
Israel bestand eine Zeit lang aus einem Nord- und einem Südreich. Das Nordreich war bereits von den feindlichen Assyrern erobert worden. Das Südreich, Juda genannt, stand zu Jeremias Zeit kurz vorm Exil. Interessanterweise spricht Gott hier von „Ephraim“- das war eigentlich eine Bezeichnung für das Nordreich.
Oft werden beide Landesteile unter dem Begriff „Ephraim“ bzw. „Israel“ zusammenge