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OpenClaw

OpenClaw

Published 6 months, 3 weeks ago
Description
Wenn der eigene KI-Agent zum Security-Albtraum wird

Zwei Wochen nach der ersten Folge zum Thema hat das Kind schon wieder einen neuen Namen: Aus Clawdbot wurde erst Moldbot, jetzt heißt der kleine "Space Lobster" OpenClaw. Mark hat sich die Open-Source-Software von Entwickler Peter auf einem Mac Mini installiert, an Anthropics Opus-Modell angebunden und über Telegram als Chat-Kanal eingerichtet, inklusive kurioser Anfangsfehler wie versehentlichem Google-Login über den Browser-Cache und einer Sprachnachricht, die als Videobild missverstanden wurde.

Der Schwerpunkt der Folge liegt aber klar auf Sicherheit. Mark und Jens erklären, warum OpenClaw fast zwangsläufig zum "Security Nightmare" wird, sobald man ihm echte Zugriffsrechte gibt: Ein Testbericht zeigt eine Erfolgsquote von 98 Prozent bei bekannten Prompt-Injection-Angriffen, und ein Experiment beweist, dass eine einzige gefälschte Sicherheitswarnungs-Mail ausreicht, damit OpenClaw brav das komplette Postfach leert. Besonders anfällig macht das Tool sein "naives", stark auf Hilfsbereitschaft trainiertes Verhalten: klassischer Enkeltrick-Stoff, nur eben gegen eine KI statt gegen einen Menschen.

Technisch spannend ist der Unterschied zu Claude Code oder ähnlichen Werkzeugen: OpenClaw arbeitet nicht mit einem festen, deterministischen Workflow, sondern über einen "Heartbeat", einen einstellbaren Herzschlag, bei dem der Agent selbstständig in Memory und Aufgabenliste nachschaut, ob etwas zu erledigen ist, und dabei den Lösungsweg jedes Mal neu erfindet. Das führt zu echten Überraschungen (etwa der eigenmächtigen Installation eines schnelleren Modells, "weil es schneller ging") und mitunter zu ungeplanten Kosten im dreistelligen Euro-Bereich, wenn das System fleißig vor sich hin arbeitet.

Kulturell hochinteressant: Die Community rund um OpenClaw hat mit "Moldbook" ein eigenes soziales Netzwerk für Bots gebaut, in dem sich Agenten Wissen austauschen, sich gegenseitig "heiraten" oder auch mal einen Shop eröffnen: ein Sammelsurium aus echten Bot-Interaktionen und von Menschen instruierten Fake-Posts. Dazu kommen erste Ansätze wie "Rent-a-Human", bei dem ein Agent über MCP-Tooling Aufgaben an echte Menschen weiterreichen kann, wenn er selbst nicht weiterkommt, ein kleiner Vorgeschmack auf zukünftige Mensch-Maschine-Arbeitsteilung.

Eine klare Warnung gibt es trotzdem: Ungefähr die Hälfte der Skills im offiziellen Skill-Hub gilt aktuell als "verseucht" und lädt im Hintergrund Schadsoftware nach. Wer experimentieren will, sollte das laut Mark und Jens nur in einer isolierten Umgebung tun: eigener Rechner ohne Produktivdaten, dedizierter VPS oder Docker-Container, nicht auf dem Familienrechner mit Steuererklärung und Online-Banking. Zum Schluss noch ein Ausblick: Anthropic hat parallel mit Opus 4.6 und neuen Claude-Code-Funktionen echte Multi-Agent-Teams mit Orchestrator nachgelegt, ein Zeichen, dass dieses Thema 2026 branchenweit an Fahrt aufnimmt.

— Think Different. Think AI. mit Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki.

Hören: Apple, Spotify, YouTube, RSS https://think-ai.podigee.io

Neue Folge zuerst im WhatsApp-Kanal https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004

Wenn euch die Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet, ob jemand Neues uns findet. https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699

Feedback und Gäste: über die Show-Seite.

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