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Description
Gedenke! – Die Kraft der Erinnerung im jüdischen Glauben
Das jüdische Volk lebt wie kein anderes von der Erinnerung an seine Geschichte. Eine Geschichte, in der Gott den Anfang machte, und sie führte bis zum heutigen Tag. Durch Höhen und Tiefen, durch Sklaverei und Befreiung, durch Wüsten und Oasen sind sie gegangen. Eine Ermahnung begleitet das jüdische Volk bis heute: Gedenke! So steht es in riesigen Buchstaben in der Nähe der Westmauer in Jerusalem. Gedenke! Das ist auch der Sinn der großen jüdischen Feste. Beim Passahfest wird z. B. an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten gedacht. Oder beim Laubhüttenfest der Treue Gottes bei der Wüstenwanderung. Das Purimfest erinnert an die wunderbare Rettung der Israeliten vor ihren Feinden. Wie der Ruderer im Boot so sitzt, dass er beim Rudern zurückschaut, aber dabei Orientierung und Kraft für den Weg nach vorne gewinnt. So soll Israel zurückschauen, und der wunderbaren Wegführung Gottes gedenken.
Auch der heutige Textabschnitt und die Verse davor haben dieses Thema: Gedenke! Die Israeliten sollten daran denken, wie sie am Sinai Gott untreu geworden sind und ein goldenes Kalb angebetet hatten. Hinter ihnen lag die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, eine Demonstration der Gnade und der Macht Gottes. Als Mose 40 Tage lang auf dem Berg die Weisungen Gottes empfing, war es der Unglaube und die Ungeduld des Volkes, das zu dieser großen Sünde führte.
Die Bundeslade und die Berufung der Leviten
Wir können Mose nur bewundern. Er war dazu bereit, anstelle seines Volkes zu sterben. Viel lieber würde er selbst sein Leben lassen, als zuzusehen, wie Gott es vernichtete. Gott war gnädig und gab dem Volk eine zweite Chance. Mose nahm zwei neue Tafeln mit auf den Berg und verbrachte noch einmal 40 Tage dort. Gott selbst schrieb erneut die Zehn Gebote auf die Tafeln aus Stein, und zeigte so unmissverständlich seinen Willen. Nach diesen Weisungen sollte sich sein Volk richten. Mose nahm die beschriebenen Tafeln mit ins Tal und legte sie in die Bundeslade. Die Lade mit den Geboten war ein sichtbares Zeichen des Bundes Gottes mit dem Volk Israel. Sie wird in der Bibel auch als „Lade Gottes" oder „Lade deiner Macht" bezeichnet und zeugte von der Gegenwart Gottes unter seinem Volk.
Kurz nachdem Mose die Bundeslade angefertigt hatte, und von Gott Anweisungen für den Bau der Stiftshütte erhielt, „sonderte der Herr den Stamm Levi aus". Im 4. Buch Mose, Kap. 3 ab Vers 11 ist zu lesen: „Und der Herr redete mit Mose und sprach: Siehe, ich habe die Leviten genommen aus den Israeliten, statt aller Erstgeburt, die den Mutterschoß durchbricht in Israel, so dass die Leviten mir gehören sollen. Denn alle Erstgeburten sind mein. An dem Tage, da ich alle Erstgeburt schlug in Ägyptenland, da heiligte ich mir alle Erstgeburt in Israel, vom Menschen an bis auf das Vieh, dass sie mir gehören sollen. Ich bin der Herr."
Gott hatte bei der letzten der zehn Plagen die erstgeborenen Söhne der Ägypter getötet, die der Israeliten aber verschont. Gott sah die erstgeborenen Israeliten als sein Eigentum an, sie mussten durch ein Opfer ausgelöst werden.
Im Lukasevangelium ist zu lesen, wie Josef und Maria das mit Jesus, ihrem erstgeborenen Sohn, taten. Gott wählte die Leviten anstelle der Erstgeborenen Israels zu seinem besonderen Eigentum aus und gab ihnen besondere Aufgaben. Nur sie hatten den Auftrag, die einzelnen Teile der Stiftshütte zu tragen, sie auf- und wieder abzubauen. Jede Familie hatte ihre spezielle Aufgabe. Einige Sippen konnten Wagen für den Transport benutzen. Aber die Bundeslade musste getragen werden und ging dem Volk voraus. Die Leviten waren zudem für die Bewachung der Stiftshütte und des Vorhofs zuständig. Der Vorhof trennte das Heiligtum vom Alltag des Lebens. In den Vorhof kamen viele, um ihre Opfer zu bringen, aber in das