Episode Details

Back to Episodes

Aus der Vergangenheit lernen

Published 4 months, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext 5. Mose 9,7-21 – ausgelegt von Reinhold Wennagel.

Aus der Vergangenheit lernen

„Ihr könnt von allen etwas lernen,“ sagte unser Ausbilder zu Beginn der Lehre, „von den einen, wie man es macht, und von den anderen, wie man es lieber nicht machen sollte.“ In der Tat, ein weiser Rat. Er passt auch zu den Bibelversen aus dem 5. Buch Mose.

Das Kapitel 9 im 5. Buch Mose beginnt mit „Höre Israel!“ So beginnt das jüdische Glaubensbekenntnis. Aber hier erinnert es vor allem an Israels Geschichte.

 

1. Sich zu erinnern, kann demütigen

Das Volk Gottes steht am Ostufer des Jordans und damit kurz vor der Eroberung des verheißenen Landes. Es ist nur noch wie ein „Schritt“ – nach 40 Jahren in der Wüste. Das werden sie doch wohl auch noch schaffen. Doch Mose ist nicht nur ein bewährter Führer, sondern auch ein ausgezeichneter Seelsorger. Mose erinnert an das, was war, und er sagt, was jetzt gesagt werden muss:

V5 Israel, du kommst nicht herein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der HERR, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Treibens willen, damit er das Wort halte, das er geschworen hat, deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob.  

Wenn ich Gottes Treue mit der meinigen vergleiche, werde ich ganz schnell bescheiden. Gott ist nicht nur verlässlich, er ist auch souverän. Er kann zugleich, sozusagen in einem „Aufwasch“, die einen bestrafen und die anderen beschenken. Die Ereignisse am Berg Horeb sind kennzeichnend für Gottes Handeln, aber auch für Israels Versagen. Während Gott oben auf dem Berg das „Grundgesetz“ für sein Volk niederschreibt, tanzen sie unten im Lager um einen selbstgemachten „Goldochsen“.

Mose berichtet:

8 … am Horeb erzürntet ihr den HERRN so, dass er vor Zorn euch vertilgen wollte, … 12 er sprach zu mir: Mach dich auf, geh eilends hinab von hier; denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell abgewichen von dem Wege, den ich ihnen geboten habe; …

Diese geistliche Katastrophe sollte niemand vergessen. Gott kann zornig sein.

Wie oft mache auch ich mir ein Bild von Gott. Er soll freundlich sein und meine Wünsche und Pläne bestätigen. Wenn ich an Bibeltexte komme, die von Gottes Zorn handeln, deute ich sie rasch, oft ehe ich sie überhaupt ernsthaft gelesen habe. „So kleinlich kann Gott doch nicht sein. So kann es doch nicht gemeint sein, wie es dasteht.“

Doch, Gott kann zornig sein. Dass er mit seinem Volk - und auch mit mir - überhaupt noch weitermacht, ist für mich unbegreiflich. 

7 „Denke daran und vergiss nicht, wie du den HERRN, deinen Gott erzürntest …“

Sich zu erinnern, kann demütigen.

 

2. Sich zu erinnern, kann bewahren

Es liest sich wie eine Nebensache und ist doch interessant: Mose scheint, trotz allem, für sein Volk gebetet zu haben, doch Gott wehrt ab und macht Mose einen „Vorschlag“:

14 Lass ab von mir, damit ich sie vertilge und ihren Namen austilge unter dem Himmel; aber aus dir will ich ein stärkeres und größeres Volk machen als dieses.

Ist das eine Prüfung? Vielleicht. Im 2. Buch Mose, Kapitel 32 lese ich dazu jedenfalls, dass Mose dieses „Angebot“ eindeutig abgelehnt hat. Er ist nur der Mittler; er selbst sieht jetzt nicht seine große Chance. Es geht ihm um Gottes Ansehen. Dieses Muster an Selbstlosigkeit und Demut wird später nur noch von Jesus übertroffen, der sagte:

Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Johannes 6,38 

Das 5. Buch Mose erzählt die Geschichte Israels - auch die peinlichen Episoden. Dieser Rückblick soll davor bewahren, hochmütig

Listen Now

Love PodBriefly?

If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.

Support Us