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750 Teams, 1 Konzern: Wo liegen die Grenzen für Selbstorganisation? Daniel Dubbel (309)

750 Teams, 1 Konzern: Wo liegen die Grenzen für Selbstorganisation? Daniel Dubbel (309)

Episode 309 Published 6 months, 1 week ago
Description
Daniel Dubbel, Chefberater bei der DB Systel, berichtet über Wirkung und Grenzen von Selbstorganisation und Denzentralität im Konzern

Agilität war plötzlich überall und niemand wusste mehr, was sie bedeutet.

Es ist eine Sache, in einem Pilotprojekt ein Team agil aufzustellen. Aber was bedeutet es, wenn ein ganzes Unternehmen, ein gesamter Konzern auf die Prinzipien von Dezentralität und Selbststeuerung baut? Wie wird das organisiert? Und vor allem: Wo liegen die Grenzen und Hürden? In dieser Episode spricht Jule mit Daniel Dubbel, Chefberater bei DB Systel, über die großangelegte agile Transformation innerhalb des IT-Dienstleisters der Deutschen Bahn. Was einst als Leuchtturmprojekt gefeiert wurde, blickt nun auf Jahre intensiver Veränderung zurück, mit viel Licht, aber auch gehörig Schatten. Daniel Dubbel bringt Offenheit mit in den Audiosalon und schildert, was funktioniert hat, wo Illusionen geplatztt sind und wie sich Selbstorganisation in einem Konzern dieser Größe wirklich anfühlt.

Ist Agilität wirklich tot?
Wie nachhaltig sind Begriffe wie Agilität, wenn sie gleichzeitig aufgeladen und missverstanden werden? Daniel beschreibt, wie Agilität vielerorts als Effizienzsteigerung missinterpretiert wurde und dadurch – ähnlich wie "New Work" – an Bedeutung verlor. Lebendig bleibt, was weitererzählt wird. Und das ist bei der DB Systel täglich der Fall. Auch wenn der Begriff „Agilität“ dabei nur noch selten fällt.

Die ailge Transformation der DB Systel
Die Transformation bei DB Systel ging dabei weit über Methoden und Hypes hinaus: Aus Silos wurden crossfunktionale Teams, klassische Führungsrollen wurden zerschlagen und in neue Rollen aufgeteilt. Aus 116 Führungsverantwortungen entstanden drei zentrale Rollen – Agility Master, Product Owner und Team.

Neue Rollen, neue Schmerzen
Doch diese Neuaufstellung hat ihren Preis: Viele frühere Führungskräfte mussten sich neu erfinden oder fanden sich in anderen Bereichen des Konzerns wieder. Trotz aller Strukturarbeit blieb manches gleich: Der Blick von außen auf DB Systel als Dienstleister, nicht als Partner, hat sich kaum verändert. Auch die wirtschaftlichen Kennzahlen, nach denen Erfolge gemessen werden, blieben klassisch.

Dezentrale Steuerung bei Gegenwind
Daniel bleibt dabei selbstkritisch und gleichzeitig überzeugt, dass ohne flexible, anpassbare Strukturen keine Zukunft gestaltet werden kann. Besonders spannend: Die aktuelle Lage mit Gegenwind, veränderten Konzernzielen und wachsendem Effizienzdruck lässt die Frage aufkommen, wie tragfähig die dezentralisierte Struktur ist. Die Antwort von Daniel fällt differenziert aus: Dezentralisierung sei richtig, aber nur, wenn auch Steuerung und Kohärenz sichergestellt sind. Alignment dürfe nicht als Kontrolle missverstanden werden.

Worüber wir gesprochen haben:

  • Alte Struktur raus, neue rein: DB Systel baut konsequent Hierarchien ab und setzt auf Teams mit geteilter Verantwortung.
  • Verbrannte oder gelebte Agilität? Daniel Dubbel rechnet mit Buzzwords ab und fragt: Was bleibt vom agilen Versprechen?
  • Führung neu gedacht: Agility Master statt Abteilungsleiter. Was passiert, wenn Rollen plötzlich keine Chefs mehr kennen?
  • Zwischen Dienstleister und Partner: Ein Konzern will sich emanzipieren.
  • Verantwortung mit Nebenwirkungen: Selbstorganisation klingt phantastisch, bis sie konkret wird. Wie viel Freiheit braucht Steuerung und wo kippt Autonomie in Chaos?
  • Kritik als Kulturleistung: Daniel Dubbel über systemisches Lernen, reflektierte Fehler und das Ende einfacher Antworten.

Wer einer schonungslos offenen und gleichzeitig sehr reflektierten Bericht aus dem Maschinenraum der agilen Transformation sucht, der ist mit dieser Folge bestens informiert und inspiriert. In der auditiv

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