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Am Ende steht der Dank

Published 6 months, 1 week ago
Description
Der Bibeltext Psalm 41 – ausgelegt von Gernot Spelsberg.

Davids Dankpsalm – Vom Klagelied zum Lobgesang

Wieviel Schlimmes hat der durchgemacht, dem dieses Lied über die Lippen kam! Er hat abgrundtiefe Schlechtigkeit erfahren durch Feinde - und durch Freunde, die zu Feinden wurden. An manche Szenen aus dem Leben Davids mag man denken.

Viele Ausleger haben das Lied deshalb für einen Klagepsalm gehalten. Aber es beginnt und endet nicht in dieser Stimmung. Und die lange Klage dazwischen beschreibt nicht eine gegenwärtige Lage, sondern nimmt die Zuhörer mit in einen Rückblick auf vergangene böse Erfahrungen, die nun überwunden sind.

Deshalb hat König David das getan, was guter Brauch in Israel war. Er hat im Heiligtum einen Dankgottesdienst bestellt. Denn er will Gott in der Gemeinde öffentlich für die erfahrene Rettung danken. Dafür hat er dieses Lied gedichtet. Er, der größte „Songwriter" Israels, viele Psalmen stammen von David, bringt mir seine Leiden und Freuden, seine Schuld und erfahrene Vergebung, seine Irrwege und die Führungen durch den Herrn in den Psalmen so nah, dass auch ich mich darin finden kann - und im Glauben gestärkt werde. Und genauso geht es mir ja auch mit den leid- und trostgesättigten Liedern von Paul Gerhardt. Er hat mit den Psalmen gelebt und daraus Kraft geschöpft und mir und vielen anderen, der Gemeinde, seinen Schatz weitergegeben.

David reicht dem Chorleiter das Blatt mit seinem neuen Lied. Das wird wohl in einem orientalischen Sprechgesang von einem kleinen Chor vorgetragen, auswendig oder mit Abschriften in Händen.
 

Die Seligpreisung der Barmherzigen

Und die Gemeinde hört – zuerst eine gesungene Seligpreisung! „Wohl dem, der Verständnis für die Schwachen hat; am Tag der Not wird der Herr ihn retten. Man beglückwünscht ihn im ganzen Land. Du lässt ihn nicht in die Gewalt der Feinde fallen. Der Herr wird ihn auf dem Krankenlager stärken, ja du besserst sein Leiden, wenn er schon sterbensmatt ist."

Das hat er selbst erfahren. Von schwerer Krankheit und einer Wendung zum Guten wird er gleich berichten. Lässt er hier durchblicken, dass er selber auch so einer ist, der glücklich wurde, als er sich nicht mehr um sein eigenes Glück, seine Selbstverwirklichung drehte, sondern sich um Schwache, Zukurzgekommene, Behinderte oder auch Fremde kümmerte und dabei glücklich wurde?

Wie dem auch sei, er hat wohl ein paar Menschen vor Augen, vielleicht auch vor sich im Gottesdienst, die sich um ihn gekümmert haben, als er ganz am Boden lag. Glücklich, selig seid ihr! lässt er ihnen zusingen. „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." Das verspricht Jesus, der aus der Davidlinie stammt.

Eine wunderbare Entfaltung der Barmherzigkeit und dieses Versprechens finde ich schon beim Propheten Jesaja, 58,7-11. Hören Sie mal rein: „…Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend sind, führe ins Haus. Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn und zieh dich nicht zurück von deinem Bruder. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Besserung wird schnell wachsen, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen und die Herrlichkeit des Herrn wird hinter dir herziehen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten; wenn du schreist, wird dir der Herr sagen: Sieh,

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