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In Wüstenzeiten getragen

Published 5 months ago
Description
Der Bibeltext 5. Mose 4,1-14 – ausgelegt von Gabriele Bosch.

Der lange Weg durch die Wüste und Erhalt der 10 Gebote

Fast 3.000 Jahre sind diese Worte alt. Es sind die Einleitung zu den letzten Reden, die Mose an das Volk Israel richtet. Vierzig Jahre lang waren sie nun schon durch die Wüste gelaufen. Sie waren der demütigenden Knechtschaft in Ägypten entkommen. Eine neue Heimat wurde ihnen verheißen. Wer hätte gedacht, dass der Weg so lang und steinig sein würde? Gott lässt sein Volk aber nicht allein. Die Menschen auf dem Weg bekamen Führungspersönlichkeiten wie Mose und seinen Bruder Aaron an die Seite gestellt. Immer wieder kamen Fragen nach dem Sinn des Unternehmens auf. Warum sind wir überhaupt in Ägypten aufgebrochen? Wohin sollen wir gehen? Wie sollen wir leben? Wo ist Gott in dieser elenden Wüste? Gott bleibt zum Glück nicht stumm. Er erbarmt sich über die fragenden Menschen. Gott gibt ihnen Zeichen und Worte. Gott geht am Tag als Wolke und in der Nacht als Feuersäule mit seinem Volk. Er versorgt die Israeliten täglich neu mit Essen und Trinken.

Am Berg Sinai geschah dann das Wunder. Mose wurde von Gott auf die Bergspitze gerufen. Mose stieg allein hinauf. Oben bekam Mose die zehn Gebote direkt von Gott überreicht. Darin ist alles festgelegt, was für das Leben mit Gott und den Menschen wichtig ist. Das gilt bis heute.
 

Das Wort Gottes – damals und heute

Fast 3.000 Jahre sind diese Worte alt. Sie sind gerichtet an Menschen, die vor so langer Zeit gelebt haben. Sie sind für Menschen bestimmt, die in einem ganz anderen Kulturkreis gelebt haben als ich. Warum berühren mich diese alten Worte trotzdem, als würden sie mir zugesprochen, heute im Jahr 2026 in Deutschland?

„Höre Israel," heißt es gleich zu Beginn. Als Christin bin ich durch Jesus Christus in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen. Als Christenmensch bin auch ich aufgefordert zu hören. Gott fordert auch mich heute auf, seine Gebote zu hören und nach ihnen zu leben. Gott hat auch mich befreit aus der Knechtschaft des Bösen. Er möchte allein mein Gott sein. Ich soll mir nicht einen Gott nach meinen Vorstellungen zusammenbrauen. Wie schwer das ist, haben die Menschen immer wieder erfahren. Wenn sie die Nähe Gottes nicht gespürt haben, wenn sie sein Handeln nicht verstanden haben, dann waren sie in Versuchung, sich Gott nach ihren Wünschen auszudenken. Wir hören davon, wenn von Baal-Peor die Rede ist. Das war so ein selbst geschnitzter Gott, den die Menschen anbeteten. Das kann Gott nicht dulden. Gott, der die Welt und alle Menschen geschaffen hat, will allein unser und mein Gott sein. Deswegen erging es den Leuten schlecht, die den Götzen Baal-Peor angebetet haben.
 

Ein Leben nach Gottes Geboten – unterwegs zur Heimat

Mose zeigt dem Volk: Wer sich zu dem Gott Israels hält, der wird leben, dem wird es gut gehen. Wer mit Gott geht, wird auf dem Weg begleitet. Wer mit Gott geht, wird einmal in der Heimat ankommen. Auch diese Worte kann ich auf mich beziehen. Ich wohne zwar in einer schönen Wohnung in Berlin. Ich bin froh, dort sicher und gut zu wohnen. Doch ich bin trotzdem ein Mensch, der unterwegs ist. Wir haben hier auf der Erde keine bleibende Stadt. Ich bin unterwegs. Auf dem Weg möchte ich ein zeichenhaftes Leben führen. Ich versuche so zu leben, dass andere Menschen sehen: Die gehört zu Gott. Die hält sich an die Gebote Gottes. Die heiligt den Sonntag und die Feiertage. Die geht würdevoll mit ihrer Familie um. Die macht nicht andere Menschen nieder. Die geht mit der Ehe zweier Menschen respektvoll um. Die bereichert sich nicht an Hab und Gut anderer Menschen. Die lügt nicht. Die begehrt nicht das, was andere haben.

Mose erinnert auch mich daran: Bewahre deine Seele gut! Vergiss nicht, was du mit Gott erlebt hast! Erzähl von dem, was dir Gott an Gutem geschenkt hat. Diese Erzählkette ist zum Glück seit 3.000 Jahren nicht abger

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