Episode Details
Back to EpisodesRaus aus der Endlosschleife
Description
Aus der Geschichte lernen – Israels Weg durch die Wüste
„Wer nicht aus seiner Vergangenheit lernt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen." Dieses Zitat des spanischen Philosophen George Santayana kam mir beim Lesen dieses Textabschnitts in den Sinn. Das Volk Israel steckt in einer Endlosschleife und scheitert an sich selbst und seiner Vergesslichkeit. Was ist passiert?
Nach einem spektakulären Weggang aus Ägypten, wo der Pharao das Volk nach 10 Plagen durch Gottes Wirken ziehen ließ, ging es in die Wüste. Auch dort erlebten die Israeliten immer wieder Gottes Handeln: Gott teilte das Meer, sodass das Volk nicht in einer Falle saß, sondern dem Heer des Pharaos sogar trockenen Fußes durch das Meer entkommen konnte. Es ist Gottes Fürsorge mit Manna und Wasser zu verdanken, dass sie in der Wüste überlebten.
Die Wolken- und Feuersäule erinnern an die Präsenz Gottes und sind Trost und Einladung: Vertraue Gott! Er ist da und kümmert sich, er zeigt den Weg. Aber hat sich das tief in die Gedanken und Herzen der Israeliten eingeprägt? Eher nicht.
Zweifel und Verzagen – Wenn Angst den Glauben überschattet
Das Volk Israel steht kurz vor der Einnahme in das verheißene Land, aber zehn Kundschafter nehmen dem Volk allen Mut. Sie malen ein Bild vor Augen, das den Anschein vermittelt: Dieses Land ist nicht einnehmbar: Dort wohnen Riesen, wir sind zu klein und zu schwach. Der Eindruck der Kundschafter färbt auf das Volk ab, sie verzagen und resignieren. Mehr noch: Sie murren: „Wären wir doch in Ägypten geblieben!" Aber das wäre ja wegen der Knechtschaft nicht wirklich eine Alternative. 10 Kundschafter hielten das Volk kurz vor dem Ziel ab, das greifbar nahe Land einzunehmen. Wie tragisch!
Was sind denn heute unsere Zweifel oder Riesen, die uns einschüchtern oder verzagen lassen?
• Du bist nicht gut genug
• Du bist schuldig und hast zu viel Mist gemacht
• Gott hat kein Interesse an dir
• Du musst dir den Himmel verdienen
• Du hast noch Zeit, das Land einzunehmen
Es hilft, diese Lebenslügen mit Gottes Wort zu entlarven.
Was war das eigentliche Problem? Nährboden für ihr Zweifeln und Meckern war fehlendes Gottvertrauen. Sage und schreibe 35-mal verheißt Gott: „Ihr geht in das verheißene Land, das der Herr euch gibt." Schlimmer noch: Das Volk handelt eigenmächtig und zieht ohne Gottes Auftrag in den Krieg. Das Ergebnis war zu erwarten: Ohne Gottes Rückhalt stecken sie eine bittere Niederlage ein. Ihr Ungehorsam hat Folgen: Das Volk ist in einer Endlosschleife 40 Jahre lang in der Wüste gefangen, in der schließlich die Murrenden sterben. Aber trotz aller Untreue bleibt Gott seinem Volk treu. Die Kinder der Israeliten ziehen mit Josua und Kaleb ins verheißene Land ein.
Ich wünsche mir Menschen wie Josua und Kaleb, die den Blick weg vom eigenen Unvermögen auf Gottes Möglichkeiten lenken. Er kann auch heute noch Wege schaffen, wo ich keine sehe oder es tatsächlich keine gibt.
Gottes Fürsorge – damals wie heute
Das Volk hat Gott aus den Augen verloren und die Menschheit läuft heute auch Gefahr, den gleichen Fehler zu machen: Eigenmächtige Entscheidungen, ohne nach Gottes Willen zu fragen, Egoismus und Gottlosigkeit nehmen zu. Auch ich ertappe mich immer wieder einmal, dass es an Vertrauen in Gott mangelt – ähnlich wie bei den Israeliten. Dabei habe ich in der Vergangenheit doch immer wieder sein Tragen und Handeln erlebt. 5. Mose 1,30 hat sich bei mir neu eingeprägt: Gott s