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Kein Wunschkonzert

Published 6 months, 3 weeks ago
Description
Der Bibeltext 5. Mose 1,1-18 – ausgelegt von Wolf-Dieter Keßler.

Vom Fest in den Alltag

Stellen Sie sich vor: Sie kommen heim von einer Party, von einem Konzert, von einem Wochenende. Und es war so schön. Es war so entspannend. So leicht und unkompliziert. Sie haben wunderbare Leute getroffen. Aber jetzt sitzen Sie im Auto und sind auf der Heimfahrt. Der Alltag schaut Sie an: Aufgaben im Haushalt und im Büro, Termine, Besuche. Wie fühlen Sie sich?
 

Der Aufbruch aus der Komfortzone

Mit dem verlesenen Bibeltext tauchen wir ein in eine Szene aus der Geschichte Israels. Das Volk Israel lagert am Berg Sinai. Wochen-, vielleicht monatelang lebt das Volk in der Gegenwart Gottes. Vor Feinden geschützt. Mit allem versorgt. Zu Anfang rumpelt es zwischen ihnen gewaltig: Das Volk hat Angst vor diesem heiligen Gott, von dem sie eigentlich wissen könnten, wie übernatürlich er auftritt; sie machen sich aber lieber einen eigenen Gott. Und doch: Gott bleibt dran. Unverhofft werden sie Partner Gottes in einem Bundesschluss, den er mit seinem Volk schließt. Sie erhalten Gottes Gebote; sie erhalten sein Gesetz, also seinen Willen in schriftlicher Form; sie erhalten Pläne für einen Begegnungsort mit Gott und Ordnungen für lebendige Gottesdienste in Gottes übernatürlicher Gegenwart. Und nun heißt es auf einmal (5. Mose, 1 6b.7a): Ihr seid lange genug an diesem Berge geblieben; wendet euch und zieht hin.

Ich höre Gott sagen: Ich habe Euch ausgewählt, mein Volk zu sein. Wir haben miteinander Großes erlebt. Ihr werdet irgendwann im versprochenen Land sein. Aber Ihr seid noch nicht angekommen. Ihr müsst wieder aufbrechen. Weiterziehen. Dafür habt Ihr einen Ort und Formen der Begegnung mit mir. Ich werde immer mit Euch sein. - Ich denke an Jesus, den Sohn Gottes: Er verließ den himmlischen Vater, um sich zu uns auf den Weg in diese Welt zu machen: das ist seine Berufung. Ich denke an Josef, Sohn des Jakob; er geht in die Welt der Brüder, in die Welt von Hass, Rache und Betrug. Es ist seine Berufung, die ganze Familie vor dem Hungertod zu retten. Und auch wir einzelnen Christen sind zwar nicht von dieser Welt, weil wir Kinder Gottes sind, aber wir sind in diese Welt gestellt. Mitten hinein in unseren Alltag. Hier ist unser Auftrag. In die Lebenssituation, in die Gemeinde, in die uns Gott gestellt hat.
 

Der Kampf der Nachfolge

Damit komme ich zu einem zweiten Punkt. Der Bibeltext geht weiter und lautet: Zieht hin, dass ihr zu dem Gebirge der Amoriter kommt und zu allen ihren Nachbarn im Jordantal, auf dem Gebirge und in dem Hügelland, im Südland und am Ufer des Meeres, ins Land der Kanaaniter und zum Berge Libanon...

Das bedeutet Auseinandersetzungen, Konflikte, Kriege. Schließlich sind die Landstriche und Gebirge, die hier genannt sind, bereits bewohnt. Und der Feind Gottes freut

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