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Back to Episodes„Gott loben, das ist unser Amt“
Description
Psalm 96 und der Aufruf zum Lob
Lieben Sie Feuerwerk? Ich sehe mir das bei Gelegenheit gerne an. Wenn so die einzelnen Feuerwerkskörper, Raketen und Leuchtkugeln den nächtlichen Himmel erhellen, in bunter Farbenpracht zu Boden sinken, ist das wunderschön anzuschauen. Natürlich weiß ich, dass das auch eine andere Seite hat. Gerade wenn ich an Silvester denke. Umweltpolitisch eigentlich nicht zu verantworten. Da werden laut Umweltbundesamt in wenigen Minuten ca. 4.500 Tonnen Feinstaub in die Luft geblasen, was etwa 15,5 Prozent der Menge entspricht, die deutschlandweit jährlich im Straßenverkehr produziert wird.
Wie ein Feuerwerk, allerdings ohne umweltpolitische Folgen, dafür aber mit herausfordernden Auswirkungen, finde ich die Aussagen des 96. Psalms. Ein geistliches Feuerwerk, das die Hoheit, Macht und Größe Gottes rühmt. Das Volk Israel, alle Völker, ja die ganze Schöpfung werden zum Lob Gottes aufgerufen. Das ist, zusammengefasst, der Inhalt der drei Strophen des Psalms. Wie in ausgreifenden konzentrischen Kreisen fordert der Psalmbeter alle Welt zur Anbetung Gottes des Schöpfers und Herrn der Welt und aller Völker auf. Nicht nur Israel, alle Völker, alle Welt, soll ihn erkennen, ihm dienen, ihn loben.
Singen als höchste Form des Gotteslobs
Der Psalm beginnt mit dem dreifachen Aufruf: Singet! Das ist der rote Faden des ganzen Psalms. Israel soll ein neues Lied singen. Singen ist die schönste und höchste Form des Gotteslobs. Viele haben wie ich in den letzten Monaten darunter gelitten, dass wir in den Gottesdiensten zunächst nicht singen konnten. Ein Gemeindeglied sagte zu mir: „Ich komm erst wieder in den Gottesdienst, wenn man wieder singen darf. Das ist doch kein Gottesdienst." Ja, Lieder singen, das Lob Gottes im Lied, gehört elementar zur christlichen Gemeinde, zum Gottesdienst. Immer, wenn in der Bibel die Tür zur ewigen Welt einen Spalt weit aufgeht, hören wir Singen und Lobgesang. Das ist im Alten Testament bei Jesaja schon so. Erst recht in der Offenbarung des Johannes.
In unseren Liedern, im Lob Gottes rühmen wir Gottes Macht und Herrlichkeit, seine Kraft und Schöpfermacht. In Liedern klagen wir ihm auch unsere Not und bitten um seine Hilfe. Israel kann singen, weil der Gott Israels konkurrenzlos ist. Sie kennen ihn als den Befreier, als Begleiter. Bei ihm findet man Hilfe. Er hört Gebet. Zu ihm kann man kommen, in jeder Situation.
Psalm 96 besingt die Königsherrschaft Gottes. Er ist König der ganzen Welt. Die Götter der Völker sind Götzen – wörtlich: Nichtse. Sie vermögen nicht zu erfüllen, was man ihnen zuschreibt und von ihnen erwartet. Sie sind mit Händen gemacht und teilen, wie alles Geschaffene, den Weg der Vergänglichkeit. Israels Gott aber, Jahwe, ist Schöpfer und Herr. Ihm zu dienen ist Israels Vorrecht. Allerdings nicht exklusiv. Alle Völker sollen und werden einmal in sein Lob einstimmen, jetzt schon und wenn er kommt, sein Reich aufzurichten.
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