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Back to EpisodesDas ist nicht fair!
Description
Neid – eine Gefahr für unser Inneres
Ein gesunder Sinn für Gerechtigkeit ist etwas Wertvolles. Doch in dieser Welt geht vieles nicht gerecht zu. Erfolg und Misserfolg, Reichtum und Armut, Gesundheit und Krankheit und anderes mehr sind ungleich verteilt. Warum kann sich mein Nachbar ein neues Auto leisten und ich nicht? Mein Gerechtigkeitssinn ist gekränkt. Aus dem inneren Schmerz entsteht leicht Streit, Missgunst und Neid.
Wenn die Krankheit des Neides mit Gottes Hilfe nicht ordentlich behandelt wird, kann sie mein ganzes Inneres vergiften. Plötzlich erscheint mein Mitmensch mir als Rivale, ja als Gegner.
Auch Christen haben immer wieder mit Gefühlen des Neides zu kämpfen. Im letzten Herbst besuchte ich im Rahmen meiner Arbeit für die Evangelische Karmelmission einige Gemeindeleiter in einem nordafrikanischen Land. In diesem muslimischen Land gibt es keine Religionsfreiheit. Muslime, die zum Glauben an Jesus finden, müssen sich in Untergrund-Hausgemeinden heimlich zum Gottesdienst treffen. Ich traf mich mit Leitern solcher Hausgemeinden. Unter anderem fragte ich sie auch nach ihren Gebetsanliegen. „Betet für unsere Einheit", sagten sie mir. „Wir haben mit Neid und mit Streit bei uns zu kämpfen."
Neid und Streit versauern das Leben und die Gemeinschaft untereinander.
Johannes der Täufer und die Eifersucht seiner Jünger
Auch der heutige Bibelabschnitt berichtet uns von einem Streit. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Johannes der Täufer. Er war ein wirkmächtiger Prophet. Alle sprachen über ihn. Viele Menschen kamen und hörten seinen Predigten zu. Als Zeichen ihrer Umkehr zu Gott ließen sie sich von Johannes taufen. Viele von ihnen identifizierten sich dann als „Jünger des Johannes" mit dessen Dienst. Vielleicht wollte der eine oder andere auch auf der Welle seines geistlichen Erfolgs reiten.
Doch dann gerät die Bewegung ins Stocken. Ein neuer Name ist in aller Munde: Jesus von Nazareth. Ihm strömen nun die Menschenmengen zu. Inzwischen sind seine Treffen besser besucht als die des Johannes. Auch dort finden viele Taufen statt.
Einige Nachfolger von Johannes fühlen sich von dieser neuen Dynamik bedroht. Es kommt zum Streit, womöglich auch darüber, welche Taufe denn nun die Bessere sei.
Schließlich gehen einige seiner Jünger zu Johannes. Sie fordern ein Statement von ihm ein. Sieht er denn nicht, dass sein geistliches Lebenswerk in Gefahr ist?
Die Bibelübersetzung „Hoffnung für alle" formuliert es in Johannes 3,26 so: „Rabbi, der Mann, der damals am anderen Jordanufer zu dir kam und auf den du die Menschen hingewiesen hast, der tauft jetzt selber. Alle Leute gehen zu ihm, anstatt zu uns zu kommen!“
In diesen Worten höre ich verletzten Stolz und heimlichen Neid. Wir waren doch zuerst da. Wir haben der anderen Seite sogar geholfen! Und jetzt sind die auf der Überholspur, und wir haben das Nachsehen! Das ist nicht fair!
Das Christus-Prinzip: Er muss wachsen, ich muss abnehmen
Wie wird Johannes der Täufer auf die Worte seiner gekränkten Jünger reagieren? Er bleibt gelassen. Johannes hat klar im Blick behalten, dass sein Dienst kein Selbstzweck ist. Nein, er ist nur ein Wegbereiter. Er soll die Mens