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Das Foucaultsche Pendel: sichtbarer Beweis der Erdrotation

Das Foucaultsche Pendel: sichtbarer Beweis der Erdrotation



Wir spüren sie nicht, aber sie ist da: die Erdrotation. Mit einer Versuchsreihe ab 3.1.1851 macht Léon Foucault sie sichtbar - mit einem Pendel, das Geschichte schreibt.



In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

  • warum Léon Foucault unter Wissenschaftlern zunächst kein besonders hohes Ansehen genießt,
  • wie der Keller von Foucaults Mutter zur Wiege eines bahnbrechenden Experiments wird,
  • wie das Foucaultsche Pendel auch eine politische Botschaft sendet.

Léon Foucault ist Physiker, Journalist, Erfinder. Bei allen Begabungen hat der Autodidakt keinen Studienabschluss und versteht wenig von Mathematik. Das hindert ihn nicht am Tüfteln und so führt er am 3. Januar 1851 im Keller des Hauses seiner Mutter einen Versuch durch, bei dem er ein zwei Meter langes Pendel dicht über dem Boden schwingen lässt und dessen Bahn genau markiert.

Foucault beobachtet, wie sich die Schwingungsebene des Pendels langsam dreht. Da die Schwerkraft nur senkrecht wirkt, kann sie diese Drehung nicht verursachen. Also ist es nicht das Pendel, sondern der Boden, der seine Ausrichtung ändert. Ohne astronomische Beobachtungen am Himmel kann Foucault damit die Erdrotation nachweisen.

Louis-Napoléon Bonaparte, später Kaiser Napoleon III., wird auf den ambitionierten Tüftler aufmerksam. Napoléon ist selbst technikbegeistert und der Meinung, dass die Demonstration wissenschaftlicher Phänomene zur Aufklärung und Modernisierung im Frankreich des 19. Jahrhunderts dazugehört. Und so wird das Foucaultsche Pendel Mitte März 1851 der Weltöffentlichkeit im Pantheon präsentiert.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Michael Hagner, Wissenschaftsjournalist und Buchautor
  • Max Metelmann, Physiklehrer
  • Gerhard Wandsleben, ehemaliger Physiklehrer
  • Michael Hagner: Das Foucaultsche Pendel und wir. Köln 2021

Weiterführende Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Sefa Inci Suvak


Published on 3 days, 1 hour ago






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