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CL075 Auf den Spuren des Sterns von Bethlehem

CL075 Auf den Spuren des Sterns von Bethlehem

Published 9 months ago
Description
Die Episode über himmlische Zeichen und astronomischen Spuren in der Weihnachtsgeschichte.

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Der Stern von Bethlehem

Der Stern von Bethlehem gehört zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Motiven der Weihnachtsgeschichte. Kaum ein astronomisches Phänomen ist so tief im kulturellen Gedächtnis verankert, obwohl wir über ihn erstaunlich wenig wissen. Die einzige Quelle, die ihn überhaupt erwähnt, ist das Matthäusevangelium. Dort heißt es:

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mat, 2,1) […] „Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ (Mat, 2,9)

Auffällig ist dabei, wie knapp diese Beschreibung ausfällt: Der Stern wird nur an dieser einen Stelle erwähnt, niemand außer den Sterndeutern scheint ihn wahrgenommen zu haben, und Details zu Aussehen oder Dauer fehlen vollständig.

Komet?

Trotzdem hat sich über die Jahrhunderte ein sehr konkretes Bild des Sterns von Bethlehem etabliert. Oft wird er als heller Stern mit Schweif dargestellt – eine Vorstellung, die weniger auf biblische Texte als vielmehr auf Kunstgeschichte zurückgeht. Besonders prägend war das Fresko „Anbetung der heiligen drei Könige“ von Giotto di Bondone, der den Stern eindeutig als Komet malte. Giotto hatte wenige Jahre zuvor den Halleyschen Kometen beobachtet, und dieses eindrucksvolle Himmelsereignis floss offensichtlich in seine Darstellung ein. In der Antike und im Mittelalter war die Idee eines Kometen als Stern von Bethlehem weit verbreitet. Problematisch ist jedoch, dass Kometen damals meist als Unglücksboten galten. Warum sollte ausgerechnet ein solches Zeichen die Geburt eines Königs ankündigen? Zudem fehlen auch hier unabhängige historische Berichte über einen auffälligen Kometen zur fraglichen Zeit.

Supernova?

Eine andere Erklärung brachte der Astronom Johannes Kepler ins Spiel. Nachdem er 1604 eine extrem helle Supernova beobachtet hatte, vermutete er, dass ein ähnliches Ereignis auch den Stern von Bethlehem erklären könnte. Kepler fiel auf, dass seine Supernova in der Nähe einer kurz zuvor stattgefundenen Konjunktion von Jupiter und Saturn erschien. Aus Berechnungen wusste er, dass es eine solche Konjunktion auch im Jahr 7 v. Chr. gegeben hatte. Kepler nahm an, diese Planetenkonjunktion habe möglicherweise die Entstehung einer Supernova ausgelöst, die dann als Stern von Bethlehem wahrgenommen wurde. Aus heutiger astronomischer Sicht ist diese Erklärung nicht haltbar, da Konjunktionen keine Supernovae verursachen. Dennoch lenkte Kepler den Blick auf ein Ereignis, das tatsächlich historisch belegt ist: die enge Begegnung von Jupiter und Saturn im Jahr 7 v. Chr.

Konjunktion?

Genau hier setzt die heute plausibelste Erklärung an. Der Astronom Konradin Ferrari d’Occhieppo verband präzise astronomische Rückrechnungen mit dem Wissen über babylonische Astronomie und Astrologie. Im Jahr 7 v. Chr. kam es nicht nur zu einer einfachen, sondern zu einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn. Die beiden Planeten näherten sich im Laufe eines Jahres gleic

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