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Die Einordnung des Propheten Maleachi
Der Prophet Maleachi gehört zu den zwölf kleinen Propheten im Alten Testament. Mit seinen drei Kapiteln mit insgesamt 55 Versen ist das Buch Maleachi eins der kürzesten. Maleachi schließt das Alte Testament ab. Nach Mose, den Geschichtsbüchern, der Lehre und dem Gebetbuch, den Psalmen, und den anderen Propheten ergibt sich ein Verlauf vom Ursprung der Menschheit, über die Prophezeiungen hin zum Neuen Testament und der Geburt von Jesus.
Die zwei Hauptthemen bei Maleachi
Bei Maleachi erkenne ich im Wesentlichen zwei Themen: Das eine ist das Belügen und Betrügen der Menschen und das daraus folgende Unheil. Der Prophet prangert an, dass die Menschen nicht nur untereinander unehrlich und überheblich sind, sondern vor allem Gott gegenüber ungebührlich und undankbar. Sie machen sich sogar lustig. Dabei ist Gott offen für ein echtes Bereuen und die Umkehr auf den rechten Weg. Maleachi stellt die Bewahrung durch Gott in Aussicht, wenn das Volk nur zur Besinnung kommt.
Das zweite Thema ist die Abgabe des „Zehnten" für Gott und darauf möchte ich gerne den Blick richten.
Die Funktion des Zehnten ist im Alten Testament in den Büchern Mose beschrieben. Der Zehnte war hauptsächlich für die Leviten gedacht. Die Angehörigen dieses Stammes Israels waren für den Priesterdienst im Tempel zuständig und betrieben keine Landwirtschaft. Sie waren daher auf die Versorgung durch andere angewiesen. Hinzu kamen die Feste und Gottesdienste im Tempel von Jerusalem, die natürlich irgendwie finanziert beziehungsweise unterhalten werden mussten. Und dann waren da außer den Leviten noch die Bedürftigen. Alle drei Jahre wurde der Zehnte der Ernte für Leviten, für Witwen, Waisen und Fremde zurückgelegt und somit der Zehnte als soziale Unterstützung eingesetzt. (5. Mose 5,28-29)
Der Zehnte war unverzichtbar für den Bestand des Volkes Israel und ihre Beziehung zu Gott. Wenn man den Zehnten damals einfach abgeschafft hätte, wäre das – ganz grob – wie heute ein Stromausfall in einer Großstadt gewesen. Der Vergleich ist vielleicht nicht ideal, zeigt aber doch etwas die zentrale Bedeutung. Der Nerv des Lebens ist getroffen. Was würden Kirchen und Gemeinden heute machen, wenn keiner mehr irgendetwas spendet. Die Gottesdienste und die gemeinnützige Arbeit trocknen aus und verdorren.
Der alte und der neue Bund
In der Geschichte Israels beruhte die Reinigung der Beziehung Gottes und seinem Volk auf der Versöhnung. Sie vollzieht sich durch Opfer, die Gottes Vergebung nach sich ziehen. Eine Sünde des Menschen wurde durch eine angemessene Opfergabe vergeben. Genauso wurde einem Menschen Gottes Segen zuteil, wenn er von sich aus Gott Opfer schenkte. Gabe und Segen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Alte Testament. Der Prophet Maleachi nimmt dieses Thema auf. Maleachi benennt die unvollständige Gabe, die das Verhältnis Gottes zu seinem Volk belastet. Der unvollständige Zehnte. Maleachi betont, dass der Zehnte ein Zeichen des alten
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