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Neues Herz statt alter Muster

Published 7 months, 2 weeks ago
Description
Der Bibeltext Maleachi 2,10-16 – ausgelegt von Benjamin Gies.

Einstieg und Perspektivwechsel

Wenn ich diesen Text lese, dann holt er mich heraus aus einer vorweihnachtlichen Stimmung, in der ich mich gerade befinde. Ich bereite Gottesdienste vor. Ich besuche Weihnachtsmärkte und freue mich auf den Heiligen Abend. Und dann so ein Text. Gut, ich konzentriere mich. Raus aus dem Lukasevangelium, Kapitel 2, Maria und Joseph, den Hirten und Engeln, und hinein in das elende Tun des Volkes Israel ein paar Jahrhunderte vor Jesu Geburt.

Im Wesentlichen gibt es zwei Dinge, die Gott im Buch Maleachi anklagt: Zum einen haben die Israeliten Gott gegenüber ungehorsam gehandelt. Sein Wort an sein Volk war klar und eindeutig: Der HERR, euer Gott, wird euch in das Land bringen, das ihr in Besitz nehmen sollt. Dort wird er mächtige Völker vertreiben und euch ihr Land geben: die Hetiter, Girgaschiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter – sieben Völker, die größer und stärker sind als ihr. „Der HERR, euer Gott, wird sie euch ausliefern. Ihr sollt sein Urteil an ihnen vollstrecken und sie töten. Verbündet euch nicht mit ihnen und schont sie nicht! Geht keine Ehen mit ihnen ein! Verheiratet eure Töchter nicht mit ihren Söhnen und nehmt ihre Töchter nicht als Frauen für eure Söhne! Sonst werden sie eure Kinder dazu verführen, dem Herrn den Rücken zu kehren und anderen Göttern zu dienen. Darüber würde der HERR in Zorn geraten und euch bald vernichten.“ So kann ich es im 5. Buch Mose, Kapitel 7, nachlesen (5. Mose 7,1–4).
 

Mischehen, Glaubensfragen und Erfahrungen heute

Sie sollten keine Frauen aus anderen Völkern nehmen. Das hatte den einfachen Grund, dass diese Frauen andere Götter mitbrachten. Der Israelit, der eine Frau aus einem anderen Volk heiratete, hatte irgendwann ein Problem: Welchem Gott dienen wir jetzt? Zu welchem Gottesdienst gehen wir? Damals war es auch die Frage: Welchem Gott opfern wir? Von welchem Gott erwarten wir etwas? Und wie erziehen wir eigentlich unsere Kinder? Gott verbietet die Liebe nicht, aber er hat den Überblick und weiß, was für den Menschen gut ist und wohin er steuert, wenn er Entscheidungen trifft. In der Tat müssen wir das heute noch bedenken. Wie oft habe ich gehört, wenn jemand aus unserer Gemeinde jemanden kennenlernte, der kein Christ war: „Ich werde so lange beten, bis er/sie Christ ist.“ – „Er/sie wird schon irgendwann dahinterkommen, dass es gut ist, an Jesus zu glauben.“

Es wäre falsch zu sagen, dass dies nie der Fall war. Durchaus habe ich das erlebt – Gott sei Dank. Ein Christ und ein Nichtchrist kamen zusammen, und tatsächlich bekehrte sich der Nichtchrist irgendwann. Aber dass dies immer so wäre, kann ich leider nicht behaupten. Wie oft erlebe ich Menschen, die sich für eine Ehe mit einem Nichtchristen entschieden und später erfuhren, wie komplizierter alles wird – vor allem die Frage: Wie erziehen wir unsere Kinder? Viel Herzeleid ist entstanden, weil den Gefühlen mehr gehorcht wurde als dem Wort Gottes.


Untreue, Hartherzigkeit und die Mahnung Gottes

Und dann ist im Buch Maleachi noch die andere Sünde Israels angesprochen: Untreue und Ehescheidung. Sicher waren nicht alle Männer untreu, aber offensichtlich so viele, dass es Maleachi auffiel. Man hielt die eigene Frau nicht mehr aus. Sie hatte sich im Laufe der Jahre verändert. Etwas Neues musste her. Für die Männer war das damals einfacher als für die Frauen. Die kamen nicht so leicht aus der Ehe heraus. Der Mann musste lediglich einen Scheidebrief schreiben, und weg war die

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