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Back to EpisodesVom Großen im Kleinen und Kleinen im Großen
Description
Advent – Sehnsucht nach Verbundenheit
Adventszeit – Warten auf Weihnachten. Das bedeutet für die meisten auch Vorbereitung auf das große Fest der Familie. Wie schön ist es, sich zu sehen, Zeit füreinander zu haben, miteinander zu essen, sich auszutauschen. Wie schön, verwoben zu sein in einem Netz von Beziehungen. Eingebunden zu sein in eine gemeinsame Geschichte. Alles nur Klischee? Ja, ich weiß, die Realität sieht in so mancher Familie anders aus. Aber warum haben wir solche Ideale im Kopf? Psychologisch ist erwiesen: Einen Platz in etwas Größerem haben, sozial verbunden sein, sich einbringen für ein gemeinsames Ziel. Das alles sind Grundbedürfnisse des Menschen. Sind sie erfüllt, erfahren Menschen ein tiefes Gefühl von Sinn. Und das macht froh!
Marias besondere Adventszeit
Nun werfe ich einen Blick auf Maria. Was geschieht denn im Vorfeld des heutigen Textes? Nach Klischee sieht das nicht aus: Zuerst der Engel Gabriel mit der Nachricht, Maria werde ein Kind bekommen. Jetzt, wo sie doch noch gar nicht mit Josef verheiratet ist. Wie das? Es soll vom Heiligen Geist gezeugt werden und der Sohn Gottes sein. Das ist auch für Maria eine außergewöhnliche Nachricht! Als fromme Jüdin willigt sie in den Plan des Höchsten ein. Der Schöpfer aller Dinge setzt sich einfach mal eben über seine Naturgesetze hinweg – und tut ein Wunder! Maria ist tatsächlich schwanger! Sie erlebt eine sehr persönliche Adventszeit – die Wartezeit auf die Ankunft ihres Sohnes, des Messias.
Wahrscheinlich gehen ihr auch solche Gedanken durch den Kopf: Wie wird meine Familie reagieren? Was wird nun aus unserer Hochzeit? Werden mich die Nazarener ausgrenzen? Alles etwas viel für die junge Frau! Maria sucht erst mal das Weite Richtung Jerusalem. Sie nimmt den tagelangen Marsch auf sich zu ihrer Cousine Elisabeth. Auch sie ist schwanger. Ihr Kind wird als Johannes der Täufer dem Messias vorangehen. Welch eigentümliche Verbindung weit über Blutsbande hinaus! Bei der Ankunft Marias hüpft Johannes im Bauch seiner Mutter. Und Elisabeth bestätigt, was der Engel Gabriel Maria bereits gesagt hat. Damit hat sie wahrscheinlich nicht gerechnet. Und so platzt es jetzt aus Maria heraus: Sie singt Gott ein Loblied, das als Magnificat in die Kirchengeschichte eingehen wird.
Der Große im Kleinen
Sie schäumt über vor Freude, ist tief berührt davon, dass Gott sie erwählt hat zur Mutter des Messias: eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen. Kein Glanz und Gloria, kein Besitz und keine hervorstechende Bildung. Aber – eine Herzenshaltung, die Gott segnet. Gottesfürchtig erkennt sie: Er hat mich nicht berufen, weil ich so großartig bin. Nein, Gott hat mich in seiner Barmherzigkeit auserwählt. Der Große im Kleinen. Der Messias in Marias Bauch. Der Göttliche kommt ins Menschliche. Jesus wird ins Schlichte hineingeboren, nicht in Protz und Prunk. Da deutet sich schon an, dass Gottes Werte ganz andere sind als die menschlichen. Er dreht die Vorzeichen um.
Maria kennt