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Back to EpisodesGottes Liebe neu entbrannt
Description
1. Winterliche Stimmung und geistliche Sehnsucht
Die Natur ist kahl, die Tage werden noch immer kürzer, und die Sonnenzeit fehlt mir. Es sind die Tage, in denen ich vieles in Ordnung bringe, aufräume und auch mich selbst neu ausrichte: Ist meine geistliche Ausrichtung noch tragfähig, habe ich Zweifel? Themen, die mir in dieser Jahreszeit mal stärker, mal weniger begegnen. Ich sehne mich nach Sonne und Licht. Eine solche Situation aus der Zeit um 530 v. Chr. beschreibt unser Bibeltext aus dem Buch Sacharja, Kapitel 8, ganz ähnlich: Das Volk in Israel, die Rückkehrer aus Babylonien, sehnen sich so sehr nach der Gottesbegegnung, wie ich mich im Winter nach dem Licht und jedem Sonnenstrahl sehne.
Drei Farbtupfer – rote, grüne und gelbe – habe ich dazu im Text gefunden.
2. Die rote Farbe: Gottes Liebe und Treue
In Rot habe ich Themen gefunden, die Gottes Liebe und Treue beschreiben.
Gott ist die Liebe, und in dieser verzehrenden Liebe ist er treu und gerecht: Nach dem Exil gibt es eine Umkehr- und Gottesdienstbewegung, die anstrebt, Gott wieder ein Haus in Jerusalem zu errichten. Die Sehnsucht im Volk nach Gottesbegegnung ist da, sie wollen die sichtbare Nähe Gottes. Seit der Wüstenwanderung ihrer Vorfahren und dem herrlichen Tempelbau unter Salomo war immer die Wohnstätte Gottes bei seinem Volk. Die Wolken- und Feuersäule, die Stiftshütte und der Tempel als Schemel seiner Füße waren Zeichen Gottes für seine Nähe und Fürsorge.
Und dann setzt Sacharja an, indem er viele Aussagen Gottes aneinanderreiht: Allein in Vers 1 die Aussage: Nicht ich – Sacharja – rede jetzt zu euch, sondern Gott; das Wort Gottes geschieht – eine zutiefst theologische Formulierung, die mir immer wieder in der Bibel begegnet. Gott begegnet dem Volk in Sacharjas Botschaft bereits.
Die Verse 2 und 6–8 drücken die tiefe Verbundenheit Gottes mit seinem Volk aus. Bei aller Sehnsucht einzelner Menschen: Nichts ist so grundsätzlich, so lebensnah, wie Gottes eifernde Liebe für sein Volk. Selbst sein Urteil, die Strafe, die Verbannung sind Zeichen Gottes, geprägt von der Liebe zu seinem auserwählten Volk: Zion und der Tempelberg sind der Kristallisationspunkt seiner Liebe für sein Volk Israel. Denn Gott liebt nicht den Berg, Gott liebt nicht den Tempel: Gott liebt seine auserwählten Geschöpfe; sie möchte er bei sich haben und gibt ihnen daher das Land der Verheißung zurück.
Ich komme zurück auf meine eigene winterliche, besinnliche Zeit: totes Land, keine Hoffnung, Angst vor der Zukunft, dem Alter und dem Lebensende. Situationen, die Menschen in unterschiedlichen Phasen des Lebens immer wieder begegnen. Und dann solch eine Botschaft: Gottes Liebe brennt für mich, ja für mich als einzelne Person. Die Verheißung des Paradieses gilt mir: Vers 7+8: „So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk retten aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne und will sie heimbringen, dass sie in Jerusalem wohnen. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.“
3. Die grüne Farbe: Gottes Schöpfungskraft und Frieden
Ich wende mich im nächsten Teil den grünen Farbtupfern des Bibeltextes zu, den Versen, die von Gottes herrlicher Schöpfungskraft erzählen.
Ich möchte Ihren Blick auf die Verse 4 und 5 lenken:
Kinder spielen und Alte sitzen gemütlich