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Umkehren statt schönreden

Published 7 months, 4 weeks ago
Description
Der Bibeltext Sacharja 5,1-11 – ausgelegt von Rolf Röhm.

1. Die Kraft von Bildern

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte! Genau dies haben meine Frau und ich bei unserem letzten Museumsbesuch erlebt. In der Tat, Bilder sprechen ihre eigene Sprache. Sie sind einprägsamer und aussagekräftiger als mancher noch so wohl formulierte Satz.
Darüber hinaus regen sie unsere Fantasie an und fordern den jeweiligen Betrachter zu eigenständiger Deutung auf. Es ist bemerkenswert, dass das Betrachten derselben Bilder in Menschen oftmals ganz unterschiedliche Emotionen und Reaktionen weckt. Dasselbe Bild — und doch gab es bei uns beiden unterschiedliche Deutungen von dem, was der Maler auf die Leinwand gebracht hatte.
Dann standen wir vor einem sehr abstrakten Bild; da war es für uns hilfreich, dass der Maler in einem kurzen Text noch den einen oder anderen Hinweis gab, was er als Künstler ausdrücken wollte. Damit machte er uns auf weitere Details aufmerksam, die wir bislang gar nicht entdeckt hatten. Gerade weil Bilder so vielfältig und zeitlos sind, finden wir auch in der Bibel viele Bilder- und Beispielgeschichten.
 

2. Die fliegende Schriftrolle

In den Bibeltexten der vergangenen Tage wurden uns fünf Bilder vor Augen gestellt. Heute sind es zwei weitere, mit denen Gott zunächst dem Propheten Sacharja, dann aber auch uns Wichtiges zeigen und mitteilen will.
Es ist das Bild einer fliegenden Schriftrolle und das Bild von einem Menschen, einer Frau, die in einem Behälter von zwei Engeln durch die Lüfte transportiert wird.

Doch so wie es bei einem Museumsbesuch hilfreich sein kann, sich auf weniger zu konzentrieren, dieses aber intensiver zu betrachten, so habe ich entschieden, mich heute nur auf das Bild der Schriftrolle zu konzentrieren und hoffe dabei, dass „weniger“ auch für Sie zum Gewinn wird.

Gerne gebe ich Ihnen weiter, was mir wichtig wurde. Vielleicht ergeben sich für Sie weitere Aspekte, die für Sie von Bedeutung werden — so wie beim Betrachten eines Bildes.
 

3. Blick auf den Bibeltext

Wenn hier von einer fliegenden Schriftrolle die Rede ist, entstehen sehr schnell unterschiedlichste Interpretationen darüber, was dieses Bild uns sagen könnte. Damit wir nicht gleich in die falsche Richtung blicken, finde ich es gut, dass es auch hier klärende, erklärende Worte gibt, die unseren Blick auf das Wesentliche und Wichtige lenken — auf das, was Gott den Menschen, Ihnen und mir deutlich machen will.

Das Erste gleich in Vers 1: Dort heißt es: „Ich hob meine Augen auf ….“
Ja, beim Lesen der Bibel, beim Betrachten von Bibeltexten ist es wichtig, die Augen weit aufzumachen, um zu sehen, was wirklich in dem Text steht. Dann gilt es, die Ohren zu öffnen, um zu hören und darüber nachzudenken, was dieses Bild, dieses Gotteswort bedeuten könnte.

Weil der Prophet Sacharja nicht verstand, was diese fliegende Schriftrolle bedeutet, bekam er eine Erklärung. So ähnlich habe auch ich es schon mehrfach erlebt, dass Bibelworte, die mir an einem Tag nicht verständlich waren, mir in anderen Zusammenhängen klar wurden und ich verstehen konnte, was Gott mir sagen wollte.

Martin Luther gab dazu einmal den Rat: „Wenn ich ein Bibelwort nicht verstehe, dann ziehe ich meinen Hut, gehe weiter — und komme bei nächster Gelegenheit wieder vorbei.“

Nun, was sieht der Prophet?
Zunächst ist es eine normale Schriftrolle, wie sie im Altertum als Dokument genutzt wurde. Doch diese Schriftrolle liegt nicht auf dem Tisch, sondern schwebt, fliegt durch die Lüfte. Sie ist ausgerollt, sodass sie beidseitig und von allen gelesen werden kann.
Darüber hinaus werden ihre Maße genannt: 20 Ellen lang und 10 Ellen breit — umgerechnet

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