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Gemeinsam auf Gott hören

Published 7 months, 1 week ago
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Die Bibelstelle Apostelgeschichte 13,2-3 – ausgelegt von Martin Knapmeyer.

Antiochia in Syrien, Mitte der 40er-Jahre des 1. Jahrhunderts[1]: In der Großstadt gibt es seit wenigen Jahren eine christliche Gemeinde. Die Christen sind begeistert von Jesus, ihrem Herrn. Sie erzählen ihren andersgläubigen Mitbürgern von ihm weiter – erfolgreich. Die Gemeinde gewinnt laufend neue Mitglieder. Und unter den Christen wächst das Bewusstsein: „Wir sind doch nicht nur den Menschen vor unserer Haustür die gute Botschaft von Jesus schuldig – alle Welt soll von ihm erfahren. Können wir etwas dazu beitragen? Fragen wir Gott selbst, was er dazu sagt.“ Und so beginnen sie zu fasten und treffen sich schließlich zu einem Gottesdienst (Apg 13,1). Sie halten Gott ihre Herzen im Gebet hin. Und tatsächlich: Der Heilige Geist meldet sich zu Wort. So hören wir es im Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine für heute: „Der heilige Geist sprach: Bestimmt mir den Barnabas und den Saulus für das Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie gehen.“ Apostelgeschichte 13, Verse 2 und 3.

Damit beginnt die sogenannte erste Missionsreise[2] von Barnabas und von Paulus, der hier noch Saulus genannt wird. Sie ziehen hinaus in die Welt, predigen in Städten von Jesus und gründen neue Gemeinden.

Aus den ersten Versen von Apostelgeschichte 13 hören wir beispielhaft, wie Christen zu ihren Aufgaben für die Gemeinde kommen. Das ist auch für christliche Gemeinden heute wichtig.

Erstens: Die Beauftragung ist Gemeinschaftssache, kein Ego-Tripp eines einzelnen Glaubenshelden nach dem Motto: „Das kann ich gut. Das ist meine Aufgabe. Ich leg mal gleich los!“ Paulus war ein Teamarbeiter. Und er hat nicht auf eigenen Beschluss hin gehandelt, sondern wurde von der Gemeinde in Antiochia beauftragt.

Zweitens: Es ist nötig, gemeinsam nach dem Willen Gottes zu fragen. Die Christen von Antiochia haben das getan, indem sie fasteten und beteten. Sie haben das gemacht, unmittelbar bevor sie die beiden Missionare aussandten, aber auch schon vorher - um überhaupt herauszufinden, wer überhaupt für diesen Auftrag der Richtige sei. Warum fasten? Die Idee dahinter: Wenn wir für gewisse Zeit keine Nahrung in uns aufnehmen, werden wir innerlich leer. Wir haben dann in uns Platz für das, was Gott uns schenkt. Unser Herz kann leichter absehen von vorgefassten Meinungen, es kann vorschnelle Urteile über uns selbst und andere loslassen. Das Herz wird zu einer leeren Schale, die Gottes Botschaft aufnehmen kann.

Und Beten kann man hier auch in diesem Sinne verstehen. Beten bedeutet hier weniger, Gott etwas zu sagen, als vielmehr hören auf das, was Gott uns sagen will. Zum Beten gehört das Schweigen, damit Gott reden kann.

Damals sagte der heilige Geist dann tatsächlich, wer geeignet war für den großen Auftrag.

Müssen wir es genauso machen wie die Christen in Antiochia, wenn in unserer Gemeinde heute ein wichtiger Auftrag zu vergeben ist? Fasten als geistliche Übung ist den meisten fremd geworden. Es kommt wohl nicht so sehr auf eine bestimmte geistliche Methode an. Aber es kommt darauf an, gemeinsam zu einem Entschluss zu kommen, auch durch Beratungen, in denen einer auf den anderen hört. Auch die Christen in Antiochia werden sich ausgetauscht haben, wer für die Mission die beste Begabung mitbringt. Und es komm

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