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Die Welt mit Gottes Augen sehn

Published 5 months, 2 weeks ago
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… und das hat Gott wahrgemacht an Pfingsten - darauf weist der Satz aus der Apostelgeschichte hin (Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine): Wer an Jesus Christus glaubt, der hat den Heiligen Geist – und ist also in dem Sinne ein Prophet. Kann man das so sagen?

Was ist denn ein Prophet? Viele denken, da geht es um die Zukunft, so eine Art Wahrsager? Nein, Wahrsagerei hat Gott ja verboten, die Zukunft kennt nur Gott, und das ist gut so.

So formulierte einer (Friedrich Hauß in „Biblische Begriffe und Gestalten“): „Ein Prophet sieht mit Gottes Augen und ist Gottes Mund“. Im Lied übers Beten von Christoph Zehendner heißt es: „Beten ist: Zeit mit Gott verbringen – die Welt mit Gottes Augen sehn“. Es gilt, diesen Blick Gottes einzuüben: Wie sieht Gott diese Welt? Er sieht sie mit Liebe an, und er hofft – wo ich verzweifeln möchte. Diesen Durchblick durch Gottes Geist wünsche ich mir auch.

Ich übe das gerade. Denn ich kann mich so gut ärgern, über vieles! Ich wäre gerne viel hoffnungsvoller! Also versuche ich, Gutes zu denken. Da ärgere ich mich über einen Autofahrer, der überholt, wo es nicht gerade sinnvoll ist – und sage dann vor mich hin: „Ich wünsche dir, dass du gut ans Ziel kommst!“ Eine Autofahrerin, die mir die Vorfahrt nimmt - eigentlich müsste sie am Hindernis warten - bildhübsch ist sie, aber sie hat ein unbewegtes Gesicht; da denke ich: „Hoffentlich hast du gute Freunde und nicht nur Bewunderer“. Und ich bin dankbar, dass ich nicht so hübsch bin, und dass ich gute Freunde habe!

Und gerade eben war ich auch am Seufzen – über einen Bekannten, der immer wieder Hilfe braucht; man könnte ihn „beratungsresistent“ nennen; und ich denke genervt: „Bin ich denn die Einzige, die sich um ihn kümmert?“ – da fiel mir ein, wie ähnlich das in der Original-Geschichte von Mose ist: er beschwert sich bei Gott, weil er sich dauernd um das Volk kümmern muss, wie wenn es Babys wären, so muss er sie überall hin tragen, meint er! Sein Beten – seine Beschwerde bei Gott! - setzt etwas in Gang: Denn Gott antwortet und stellt ihm 70 Männer zur Seite, „Älteste“ genannt; die sollen ihm beim Leiten helfen; er muss doch die Verantwortung nicht ganz alleine tragen! Eine Riesenhilfe! Diese 70 kommen nun zur Stiftshütte, und da fällt Gottes Geist auf sie. Sie geraten „in Verzückung“ – übersetzt Luther: ekstatische Begeisterung, Freude über Gott! Das konnte man ihnen abspüren. Zwei der 70 sind nicht dabei, sind im Lager geblieben – dort geraten auch sie in diese Begeisterung. Josua protestiert: „Mose, lass das nicht zu!“ Und dann sagt Mose diesen Satz: Wollte Gott, dass alle im Volk Propheten wären

Ja, Ordnung ist wichtig, aber Gottes Geist ist offenbar nicht unbedingt an eine Ordnung gebunden! Gott ist frei – den Heiligen Geist zu geben, wem er will!

Ich freue mich darüber, und ich bete: „Herr, lass mich die Welt, die Menschen, mit deinen Augen sehen!“

Und „lass mich dein Mund sein!“ – das wäre das andere. Ich will nicht auftreten und anderen sagen

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