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Back to EpisodesDer Widersacher Christi
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Die Christen beschäftigen sich intensiv mit den Fragen einer baldmöglichen Rückkehr Jesu Christi auf die Erde. Paulus fordert zunächst dazu auf, das, was er ihnen schreibt, sehr sorgfältig und mit innerer Ruhe durchzulesen und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. - Das ist ein sehr guter Rat, dessen Beherzigung empfehlenswert ist.
Bis zum heutigen Tage geschieht es häufig, dass einige aus der Bibel bestimmte Verse bzw. Aussagen herausnehmen und sie vom Zusammenhang völlig losgelöst versuchen wieder zusammenzubasteln. So sind schon manche komische Lehrthesen und auch Endzeitpanikgeschichten entstanden.
Die Bibel ist ein zutiefst geistliches Buch, voller Beschreibungen himmlischer Dinge, die mit irdisch vorstellbaren Vergleichen beschrieben werden. Einer der häufig auftretenden Grundirrtümer besteht darin, dass man versucht, die Dinge in Zeitabläufe hineinzudeuten, die für unsere menschlichen Denkbegrenzungen passender erscheinen. Also: erst kommt das, dann kommt das – und danach das, was dann noch kommt.
Bei Gott sind 1.000 Jahre wie ein Tag. Aus seinem Blickwinkel geschehen alle Dinge zugleich. Das hat etwas mit seinem Ewigkeitscharakter zu tun. Allerdings ist diese Denkweise – zugegebenerweise – für unser menschliches Gehirn ein wenig zu hoch.
Auch das hebräische Weltbild unterscheidet sich um Welten von der griechisch-hellenistischen Betrachtung, von der wir in unserer Kultur sehr geprägt sind. Zum Beispiel ist der Begriff „ein Tag“, so wie er zur Zeit von Mose verwendet wurde, ein Ausdruck für einen dauerhaften Zustand, der sich über ein ganzes Zeitalter hinweg hält.
Das, was wir heute unter der Bezeichnung „Endzeit“ kennen, sagt nichts über das Ende der Erde aus. Schon für die alten Rabbiner damals bedeutete das: „Endlich geht das jetzige Zeitalter zu Ende. Nun kommt bald das – von uns so lange schon ersehnte – Zeitalter, in welchem endlich der Messias regiert, auf den wir schon so lange warten!“
Paulus hat sehr wohl wahrgenommen, dass so einige Panik-Propheten unterwegs sind, die die Gläubigen mit ihren „Ihr müsst jetzt alle Angst haben“-Botschaften sehr verunsicherten. Es kursierten diesbezügliche Briefe im griechischsprachigen Bereich, in denen behauptet wurde, sie stammten von Paulus persönlich. In diesen stand, dass der Tag der Rückkehr Jesu Christi bereits stattgefunden habe, und sie diesen verpasst hätten, weil sie nicht richtig „vorbereitet“ gewesen seien. Der Apostel versucht, die Gemeinde zu beruhigen und fordert sie auf, nicht auf solche Geschichten hereinzufallen. Nur weil irgendjemand irgendwann irgendwo zu irgendwas seinen Senf abgelassen hat, muss es noch lange nicht so sein.
Paulus erläutert, dass diese so befürchtete Zeit erst dann richtig beginnen wird, wenn viele der bisher ernsthaft Glaubenden von ihrer persönlichen Beziehung zu Jesus abweichen. Sie verlieren sich in religiösen Handlungen und Veranstaltungen, die nicht mehr viel mit einer Herzenshingabe an den, der sie einst von ihren eigenen inneren Gefängnissen freigekauft hat, gemeinsam hat. Sie fangen an, sich das Wort Gottes für ihre eigene Lebenseinstellung passend zu gestalten, obwohl sie in ihrem Herzen genau wissen, dass dies ein Weg des Irrtums und sinnloser Religionsausübung ist.
Das eigentliche Ziel, in lebendiger Gottesbeziehung ein erfülltes Leben zu führen, verfehlen sie. Die Bibel nennt diese Lebensweise Rebellion – und das ist eine bewusste Handlung, die keineswegs zufällig geschieht.
Paulus fragt sie: „Erinnert ihr euch nicht daran, was ich auch damals so ausführlich erklärt habe, als ich bei euch war? Oder habt ihr ein kurzes Gedächtnis?“
Paulus verweist auf eine innere Grundhaltung, die Menschen in sich tragen. Es ist keine offene Boshaftigkeit von Menschen, wie oft angenommen wird. Bei dem Begriff „Gesetzlosigkeit“ handelt es sich um eine vorgetäuschte Frömmigkeit, die bewusst so t