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Die Wiedervereinigung Israels und Judas

Published 7 months, 1 week ago
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Der Bibeltext Hesekiel 37,15-28 – ausgelegt von Ludwig Geisler.

Hesekiel erlebt Gottes Gericht an seinem Volk: Sie werden von den Babyloniern besiegt und ins Exil geführt. Hesekiel hat sein Volk davor gewarnt, aber wie so viele Propheten war er auf taube Ohren gestoßen. So lebt Hesekiel mit seinem Volk in Babylon. Seine Botschaften sind oft von Aktionen begleitet, seine Sprache ist reich an Bildern. In dem gehörten Abschnitt wird eine gute Nachricht verkündet, eine Nachricht von Restauration, von Wiederherstellung: Das getrennte Volk soll wieder vereinigt werden. Eine jahrhundertealte Spaltung soll überwunden werden. Wie war es zu dieser Spaltung gekommen?

Nach dem Tod von König Salomo kam es unter Jerobeam zu einem Aufstand der nördlichen Stämme Israels. Jerobeam ließ sich zum neuen König ausrufen. Nur der Stamm Juda im Süden des Landes hielt Rehabeam, dem Sohn Salomos, die Treue (1. Könige 12,20). Das Nordreich wurde dann aber schon im 8. Jahrhundert v. Chr. von den Assyrern besiegt und verschleppt. Das Südreich blieb zunächst bestehen, bis im 6. Jahrhundert Nebukadnezar, der König von Babel, es eroberte, zerstörte und in Gefangenschaft setzte. Das war nicht Gottes Plan, sondern das Gericht für menschlichen Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten.

Die Verschleppung der Juden geschah in mehreren Etappen. 605 v. Chr. nimmt Nebukadnezar nach seinem Feldzug gegen Ägypten die ersten Gefangenen. Acht Jahre später nimmt er Jerusalem ein und führt 10.000 Juden, darunter auch Hesekiel, in die Gefangenschaft. Im Jahr 586 v. Chr. wird Jerusalem vollständig zerstört. Das ist ein hartes Gericht für das jüdische Volk. Gott liebt sein Volk, aber kann ihm das gerechte Gericht nicht ersparen.

1. Gott verspricht Wiederherstellung

Schon in Kapitel 11 kündigt Hesekiel eine Wende an: „So spricht GOTT, der Herr: Ich sammle euch aus allen Völkern und ich bringe euch zusammen aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, und ich gebe euch das Land Israel ... Dann werden sie mir Volk sein und ich werde ihnen Gott sein.“ (Hesekiel 11,17+20) Hesekiel macht es anschaulich, indem er ein Stück Holz mit dem Namen Juda beschriftet. Juda, der vierte Sohn Jakobs, steht für das Südreich Israels. Auf ein weiteres Stück Holz soll er Joseph schreiben. Joseph, der Vater Ephraims, steht für das Nordreich Israels. Aus beiden soll wieder eins werden.

„Wiedervereinigung“ nennt man das in der deutschen Geschichte. Da dauerte die Trennung 40 Jahre. Hier waren es ca. 360 Jahre. Ich stelle mir das große Erstaunen der Israeliten vor, als sie diese Botschaft hören. Daran wagte doch niemand mehr zu glauben. Schon die Befreiung aus dem Exil wäre ein großes Wunder. Aber dass sich die verstreuten Israeliten wieder zusammenfinden können, das ist doch unvorstellbar. Für mich ist die Wiedervereinigung Deutschlands auch ein unbeschreibliches Wunder. Und doch war es am Ende so einfach, eine kleine Notiz auf einem Zettel: „Zuständige Abteilungen des Pass- und Meldewesens der Volkspolizei-Kreisämter sind angewiesen, Visa zur Ausreise aus der DDR unverzüglich zu erteilen … unverzüglich.“ Das hatte zwar eine lange Vorgeschichte, aber kam dann doch überraschend.

Für die Israeliten galt es zwar nicht „unverzüglich“, aber die Nachricht ist auch überwältigend, ich lese die Verse 21 und 22 nach der Neuen evangelistischen Übersetzung: „Seht, ich hole die Israeliten aus den Völkern heraus, zu denen sie gehen mussten, und bringe sie von überall her in ihre Heimat zurück. Dort, auf den Bergen Israels, mache ich sie zu einem einzigen Volk unter einem einzigen König.“

2. Der Weg zur Einheit und ihre Kennzeichen

Nicht die Israeliten machen einen Aufstand, sondern Gott ist der Handelnde.

„Ich hole sie heraus“ sagt er und „Ich werde sie reinigen“. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Umkehr, die Abkehr von den scheußlichen Götzen und die Einsicht über ihre Irrwege. Eine totale Wende hin zu

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