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Organisationen in der Krise: Wenn Psychodynamiken das System lenken. Klaus Eidenschink (292)
Description
"Die Organisation braucht nicht nur Gewinner, sondern auch Verliererkompetenz“
In der vierten GOOD WORK-Folge mit Klaus Eidenschink blicken wir tief in die Reibungspunkte zwischen Organisationsdynamik und Psychodynamik. Denn, so Eidenschink, Organisationen geraten ebenso wie Menschen unter Stress und verhalten sich dann entsprechend irrational.
Was geschieht in Unternehmen, wenn sie in die Krise geraten?
Im Zentrum steht die Frage: Was passiert mit Unternehmen in Krisen? Die Antwort ist unbequem, aber notwendig: Angst und Ohnmacht sind die beiden zentralen Primärreaktionen auf Stress. Doch in der Welt der Organisationen sind diese Gefühle tabu. Stattdessen beobachten wir Täuschung, Rechthaberei, Aktionismus, Lagerbildung und Realitätsverweigerung – Symptome einer kollektiv verdrängten Verunsicherung.
Wie gelingt „Verliererkompetenz“?
Klaus fordert einen mentalen Kurswechsel: Wir brauchen eine neue Kultur der Ehrlichkeit im Umgang mit Widrigkeiten. Statt auf Helden zu hoffen oder schlechte Nachrichten zu tabuisieren, fordert er "Verliererkompetenz". Und damit meint er die Fähigkeit, auch dann Verantwortung zu übernehmen, wenn die eigene Position darunter leidet. Auch „Freude an schlechten Nachrichten“ ist für ihn keine Ironie, sondern eine Notwendigkeit, um Komplexität und Ungewissheit nicht mit Schönreden, sondern mit Mut und Demut zu begegnen.
Mut muss belohnt werden“?
Ein weiteres zentrales Thema ist die Verwechslung von psychischer Sicherheit mit Abwesenheit von Risiko. Psychologische Sicherheit, so Klaus, kann nicht bedeuten, dass schwierige Botschaften immer auf Applaus stoßen. Vielmehr brauchen Organisationen Mut und eine Führung, die Mut sichtbar macht und belohnt.
Darüber sprechen wir in der Folge von GOOD WORK
- Verliererkompetenz statt Heldennarrativ - Wer weiterkommen will, muss bereit sein, bewusst zurückzutreten.
- Psychodynamik trifft Organisation - Druck legt Angst und Ohnmacht frei
- Täuschung statt Transparenz - Aus Angst wird verschleiert, was wirklich los ist.
- Führung ohne Mut wird gefährlich - Ohne schlechte Nachrichten kein realistisches Handeln.
- Realitätssinn als Innovationskraft - Wer sich der Wahrheit stellt, bleibt handlungsfähig.
- Psychologische Sicherheit braucht Demut, nicht Applaus - Unbequemlichkeit schafft Krisenkompetenz.
Jule Jankowski und Klaus Eidenschink sezieren dabei mit messerscharfer Klarheit, warum alte Erwartungen an Stabilität und Kontrolle nicht mehr tragen. Und wie eine reifere, reflektiertere Haltung zur heutigen Arbeitswelt aussehen könnte. Eine Folge voller Denkanstöße, die Organisationen und Menschen gleichermaßen betrifft: unbequem, ehrlich und zutiefst klärend.
Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links und Infos:
Hier geht's direkt zur Website von Klaus Eidenschink.
Und hier findet Ihr seine Bücher: Klaus Eidenschink im Carl Auer Verlag
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Die aktuelle Folge wird freundlicherweise unterstützt von
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