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Was macht schöne Landschaften aus?

Was macht schöne Landschaften aus?

Published 2 years, 8 months ago
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Wasser und Vegetation sind attraktiv

Experimentell kann man zeigen, dass Menschen sich vor allem von solchen Landschaften angezogen fühlen, die Wasser und Vegetation enthalten: Die Nähe zu Flüssen, Seen, aber auch zum Meer ist also hochattraktiv. Menschen verbringen gerne Zeit am Wasser. Das zeigt sich auch daran, dass an Seen oder am Meer die Grundstückspreise umso höher sind, je näher die Häuser am Wasser stehen. Das andere ist Vegetation. Die spielt auch da eine Rolle, wo wir gar nicht über Naturlandschaften reden, sondern z.B. über Städte. Wenn man Leuten Fotos aus Innenstädten zeigt, dann ist der wichtigste Faktor, ob ihnen der Ort gefällt, der Punkt: Gibt es Pflanzen oder nicht? Man kann spekulieren, dass diese Vorlieben Relikte aus der Evolution stammen: Schließlich waren unsere frühen umherziehenden Vorfahren gut beraten Orte zu suchen, an denen es Wasser gab und Vegetation, sodass sie zu Essen und zu Trinken hatten. 

Ideal: halboffene Parklandschaften

Stellt sich die Frage: Welche Art von Vegetation? Denn zumindest in unseren Breiten wächst ja praktisch überall etwas, wo es keine Städte gibt. Vegetation allein sagt also noch relativ wenig. Soll es Wald sein? Oder lieber Wiese? In den 1980er-Jahren gab es dazu Untersuchungen. Die kamen zu dem Ergebnis, dass es die Mischung macht. Optimal sind also halboffene Parklandschaften, in denen es ein paar Bäume oder Wald gibt, aber daneben auch offene Flächen mit freier Sicht. Dass Parklandschaften so gestaltet werden – dass sie offene und geschlossene Elemente kombinieren – ist ein Beleg dafür, dass Menschen das mögen. Auch hierzu gibt es verschiedene Ideen, warum das so ist. Eine Theorie aus den 1980er-Jahren behauptete, der Mensch würde in diesen Parklandschaften seine Urheimat wiedererkennen, die ostafrikanische Savanne. Diese Hypothese kursierte als "Eden-Theorie" – Parklandschaften seien sozusagen die paradiesische Urlandschaft des Menschen. Beweisen lässt sie sich das allerdings nicht – und es spricht auch einiges dagegen: Der Mensch hat sich ja in den letzten hunderttausend Jahren über die Erde ausgebreitet und sich allen möglichen Natur­räumen angepasst, auch genetisch. Die Hautfarbe hat sich verändert, die Behaarung. Aber gleichzeitig sollen wir noch immer eine gene­tisch vererbte Vorliebe für Savannenlandschaften in uns tragen, nur weil unsere frühen Vorfahren da vor mehr als 100.000 Jahren gelebt haben? Das klingt unwahrscheinlich.

Wichtig: Überblick und Rückzugsraum

Man kann diese Vorliebe auch gut anders erklären. Genau diese Landschaften, die offene und geschlossene Elemente kombinieren, verbinden zwei Bedürfnisse: Nämlich das Bedürfnis, eine Übersicht zu haben, weiter zu gucken als nur bis zum nächsten Baum. Gleichzeitig aber auch einen Rückzugsraum zu haben, der ein Stück Geborgenheit vermittelt. Flächen, die nach allen Seiten offen sind, empfinden wir oft als wüst und leer. Umgekehrt ist es nicht so reizvoll, mitten im Wald zu stehen, wo es gar keinen offenen Blick gibt. Als schön da­gegen empfinden wir Gebirgsperspektiven mit weitem Blick ins Tal, aber verschlossener Perspektive zum Hang. Oder offene Flächen mit vereinzelten Baumgruppen, Oder einen Küstensaum, an dem man einen Blick aufs offene Meer hat, und zugleich das Fest­land, in Form von Dünen oder Klippen, im Rücken. Der US-amerikanische Geograph Yi Fu Tuan hat mal von einer Kombination aus Space und Place gesprochen. Space bezeichnet im englischen einen offenen Raum, Place dagegen ist eher ein "Ort mit geschlossenen Perspektiven".  Und Yi Fu Tuan sagte: "Place is security, space is free­dom". Also: Die geschlossenen Perspektiven stehen für Sicherheit und den "eigenen Raum", die offenen Perspektiven stehen für Freiheit. Wasser, Vegetation und die Kombination aus Space und Place – das sind also Landschaftsmerkmale, die Menschen überall auf der Welt gefallen. Daneben kommt es natürlich auch darauf an, was wir mit einer Landschaft ve
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