"Richtig lüften" heißt vor allem: Stoßlüften. Dazu macht man das Fenster weit auf; das ist besser als das gekippte Fenster. Davor warnen Umweltamt und Verbraucherzentrale, weil dabei die Wände rund um das Fenster abkühlen und sich Kondenswasser bilden kann.
Wie lange soll man lüften?
Das Ziel beim Lüften ist ein möglichst umfassender Luftaustausch, ohne die Wände abzukühlen. Im Winter reichen dafür drei bis fünf Minuten. Im Sommer dauert es länger, nämlich bis 20 Minuten, bis die Luft komplett ausgetauscht ist. Denn es gilt: Je geringer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist, desto länger dauert der Luftwechsel. Deswegen lüftet man im Sommer am besten morgens und abends, wenn die Luft noch kühler ist.
Wie oft sollte man lüften?
Das hängt von den Umständen ab: Wenn die Wohnung tagsüber leer steht, reicht es, morgens und abends zu lüften. Ist man aber tagsüber zu Hause, produziert man sehr viel Luftfeuchtigkeit, den man atmet, schwitz, duscht vielleicht auch – in diesem Fall ist ein Luftaustausch drei bis viermal am Tag sinnvoll.
Gelten für verschiedene Räume unterschiedliche Lüftungsempfehlungen?
Ja, Räume haben verschiedene Lüftungsbedürfnisse. Im Badezimmer entsteht durch Duschen eine hohe Luftfeuchtigkeit, die in den Wänden und den Handtüchern steckt. Diese Feuchtigkeit sollte am besten direkt rausgelüftet werden. Die Badezimmertür bleibt dabei besser geschlossen, damit die feuchte Luft nicht in den Rest der Wohnung gelangt. Ähnlich ist das in der Küche.
Im Schlafzimmer gilt ebenfalls eine besondere Lüftungssituation, denn während wir schlafen atmen und schwitzen wir eine große Menge Feuchtigkeit aus und Decke und Matratze speichern die Feuchtigkeit.
Ein weiterer Trick für weniger Feuchtigkeit in der Wohnung ist, Handtücher draußen zu trocknen. Das funktioniert auch im Winter, es dauert dann lediglich länger.
Welche Richtwerte gibt es für die Luftfeuchtigkeit in Räumen?
60 Prozent Luftfeuchtigkeit sollte man nicht überschreiten. Ein guter Richtwert liegt zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius.
Messen lassen sich die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur mit einem Hygrometer. Dabei sollte man darauf achten, nicht nur in der Mitte des Raumes zu messen, sondern auch die Außenwände zu kontrollieren. Werte im Bereich von 70 bis 80 Prozent sind hier kritisch, weil sich dann Schimmelpilze bilden können.
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