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Haben die Rothschilds eine besondere Macht?

Haben die Rothschilds eine besondere Macht?

Published 1 year, 10 months ago
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Nein – jedenfalls keine, die über die "Macht" anderer kleiner Banken hinausgeht. Die "Rothschilds" als geschlossenen Familienverbund gibt es so auch gar nicht mehr. Der Mythos Rothschild ist Bestandteil vieler antisemitischer Verschwörungstheorien. Um zu verstehen, woher er kommt, muss man zurück ins 19. Jahrhundert, als die Rothschild-Banken tatsächlich einen gewissen Einfluss hatten.

Mayer Amschel Rothschild – ein jüdischer Kaufmann

Das hat angefangen mit dem Frankfurter Kaufmann Mayer Amschel Rothschild, der in der Frankfurter Judengasse – also im Getto – geboren ist. Für Juden galten da strenge Regeln: Sie durften das Getto nachts nicht verlassen, sie durften außerhalb des Gettos keine Grundstücke besitzen und so weiter. Mayer Amschel Rothschild machte für sich das Beste daraus, er handelte mit Münzen und Antiquitäten, kam dadurch zu einem gewissen Wohlstand. Er stieg ins Bankgeschäft ein und war damit extrem erfolgreich. Ihm gelang es nicht nur, wichtige Banken und Adelige als Kunden zu gewinnen, sondern auch Fürsten wie den Landgrafen Wilhelm IX. von Hessen-Kassel. Zusammen mit anderen Kaufleuten hat er auch als Heereslieferant Unternehmungen durchgeführt.

Das "Haus Rothschild" im 19. Jahrhundert

Rothschild setzte schließlich eigene Staatsanleihen auf. Das heißt, er sammelte von Anlegern Geld, das er auch an Staaten wie Dänemark oder Großbritannien verliehen hat. Und Rothschild hat seine Söhne in die Geschäfte eingebunden. Einer von ihnen, Nathan Mayer Rothschild, hat sogar schon 1805 in London eine eigene Bank gegründet, bevor 1810  in Frankfurt das Bankhaus Mayer Amschel Rothschild und Söhne entstand. Später kam es zu weiteren Bankgründungen. Die Banken der Rothschilds bilden auch weltweit gesehen eine äußerst finanzstarke Unternehmensgruppe im 19. Jahrhundert. Und natürlich war damit auch ein gewisser Einfluss verbunden.

Verschwörungslegenden: Die jüdischen Rothschilds als "Friedensgewinnler"

In dieser Zeit wurden die Rothschilds Objekt von Verschwörungslegenden. Und dass es sich um ein jüdisches Bankhaus handelte, hat dem nur noch weiter Vortrieb geleistet. Ich will diese Legenden hier gar nicht wiederholen. Man muss sich nur klarmachen: Der Einfluss der Rothschilds war vor allem ein finanzieller – sie konnten Geld an Regierungen verleihen. Das heißt aber natürlich nicht, dass sie denen auch sagen konnten, was diese zu tun und zu lassen haben.

Die Familie Rothschild: Verschwörungsmythen aus dem 19. Jahrhundert

Gelegentlich wurde den Rothschilds nachgesagt, dass sie den ein oder anderen Krieg verhindert hätten. Es wurde unterstellt, dass sie aus geschäftlichen Gründen kein Interesse an Krieg und Rezession hatten und sich deshalb geweigert hätten, einzelnen Herrschern Geld für Kriege zur Verfügung zu stellen. Auch das wurde ihnen damals negativ angekreidet, aber ob ihr Einfluss wirklich so weit ging, ist heute schwer zu sagen.

Was von den Rothschild-Unternehmen übrig blieb

Die Söhne von Mayer Amschel Rothschild gingen also ins Ausland und gründeten eigene Bankhäuser und Investmentgesellschaften. Das hat sich mit der Zeit zerfasert: Manche Unternehmen haben sich aufgelöst, andere wurden verstaatlicht und wieder andere gingen an die Börse, sodass sie mehrheitlich gar nicht mehr im Besitz irgendwelcher Rothschild-Nachkommen sind. Es gab in den letzten 200 Jahren zahlreiche Generationswechsel, und wie man sich vorstellen kann, gibt es in so einer Familie auch immer wieder Zerwürfnisse. Jüdisches Leben in Deutschland – Historische Aufnahmen im SWR2 Archivradio Geblieben sind heute im Grunde noch drei Finanzgruppen, eine britisch-französische unter dem Namen "Rothschild & Co.", die nach wie vor im Bereich Investme
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