Wenn wir Leute im Radio oder am Telefon hören, machen wir uns schnell ein Bild, insbesondere über ihr Alter. Wir hören eine "junge" oder eine "alte" Stimme – aber woran machen wir das fest? Und wir reden hier nicht über den Stimmbruch in der Pubertät – das ist ein Thema für sich – sondern über Stimmen von eben jüngeren oder älteren Erwachsenen.
Es gibt mehrere Eigenschaften, die sich im Alter verändern. Oft klingen die Stimmen leiser und rauer. Manchmal brechen sie beim Sprechen auch einfach weg, zumindest bei sehr alten Menschen werden die Stimmen oft schwächer.
Auch die Tonhöhe kann sich im Alter verändern. Ältere Frauen klingen häufig tiefer als junge. Bei den Männern ist es hingegen oft umgekehrt, sie klingen eher höher und manchmal ein bisschen fistelig. Man bezeichnet diese stimmliche Veränderung als Alters-, gelegentlich auch als "Greisenstimme".
Herausströmende Luft bringt Stimmbänder in Schwingung
Aber wodurch kommt das alles? Die entscheidenden Veränderungen passieren an den Stimmlippen. Die sitzen im Kehlkopf am oberen Ende der Luftröhre.
Die Stimmlippen bestehen aus kleinen Knorpeln, Muskeln und den beiden Stimmbändern. Sie sind sehr elastisch und mit Schleimhaut bedeckt. Wenn wir still sind und nur ein- und atmen, bleiben die Stimmbänder locker. Wenn wir einen Ton erzeugen, spannen wir sie an. Die Luft wird dann gebremst, die Stimmlippen fangen an zu vibrieren – sie gehen auf und zu – und diese Schwingungen erzeugen den Ton.
Regulation der Stimmhöhe über Spannung und Länge der Stimmbänder
Wie hoch ein Ton ist, hängt davon ab, wie schnell die Stimmbänder auf und zu flattern. Das wiederum hängt von zwei Faktoren ab: Wie lang die Stimmbänder sind und wie gespannt sie sind.
Generell gilt: Ein Mensch mit kürzeren und schmaleren Stimmlippen hat eine höhere Stimme als jemand mit langen und dicken. Denn hier schwingen die Stimmlippen mit einer größeren Frequenz. Bei Männern sind die Stimmbänder ein paar Millimeter länger als bei Frauen, deshalb ist ihre natürliche Stimme tiefer. Manchmal bis zu einer Oktave.
Über die Spannung wiederum beeinflussen wir die Tonhöhe beim Sprechen und Singen. Das regulieren vor allem zwei Knorpel, die sogenannten Stellknorpel. Über Muskeln und Bänder miteinander verbunden, verändern die beiden Stellknorpel die Spannung und Position der Stimmbänder. Wir können das bewusst steuern. Sind die Stimmbänder entspannt, schwingen sie langsamer und erzeugen tiefere Töne. Gestraffte Stimmbänder schwingen in einer höheren Frequenz. Dann erklingen höhere Töne.
Diese bisher beschriebenen Mechanismen beziehen sich vorwiegend auf die Tonhöhe. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die die Eigenschaften unserer Stimme beeinflussen. So prägen Resonanzräume – also die Hohlräume im Kopf- und Rachenraum – maßgeblich die Klangfarbe. Die Artikulation betrifft die konkrete Lautbildung, etwa bei Vokalen und Konsonanten, und bezeichnet die gezielte Formung von Lauten durch Bewegungen der Sprechorgane, was sich direkt auf Verständlichkeit und Klangfarbe der Stimme auswirkt.
Muskelschwund und Hormone verändern die alternde Stimme
Im jungen Alter sind unsere Stimmbänder sehr elastisch, unser Tonumfang ist entsprechend groß, und die Stimme klarer, weil wir die Stimmbänder wirklich gut anspannen können. Werden Menschen älter, verhärten die beiden Knorpel allmählich und die Muskeln im Kehlkopf bauen ab. Wir können die Stimmlippen nicht mehr so stark anspannen – dadurch verringert sich der Tonumfang insgesamt, und die Stimme wird tendenziell tiefer. Und auch die Schleimdrüsen der Stimmlippen lassen nach. Das führt dazu, dass die Stimmbänder trockener werden und immer starrer. Sie können schlechter auf- und zu-schwingen und schließen sich nicht mehr vollständig. Deshalb klingen ältere Menschen oftmals brüchiger oder belegt, ihre Stimmen ermüden schneller.
Es kommt aber noch etwas hinzu: Mit dem Alter verändert sich der Hormonhaushalt. Das wirkt sich b
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