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Schrittweise frei - Die jüdische Bevölkerung Bayerns im 19 Jahrhundert
Description
Jahrhundertelang war die jüdische Bevölkerung in Bayern benachteiligt. Mit der Aufklärung wurde die Diskriminierung schrittweise beseitigt, bis mit der Reichsgründung 1871 die Emanzipation abgeschlossen war - vor dem Gesetz, jedoch noch lange nicht in den Köpfen. Von Julia Devlin
Credits:
Autorin: Julia Devlin
Regie: Anja Scheifinger
Sprecher:innen: Hemma Michel, Christian Baumann
Redaktion: Thomas Morawetz
Interviews:
Dr. Julia Schneidawind, Ludwig-Maximilians-Universität München
Literatur (Beispiele):
- Rolf Kießling: Jüdische Geschichte in Bayern. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin 2019 - ausführliches wissenschaftliches Standardwerk.
- Michael Brenner, Sabine Ullmann: Die Juden in Schwaben. München 2013 - interessante regionale Studie zu Schwaben, das zum bedeutendsten jüdischen Siedlungsgebiet Deutschlands gehörte.
- Michael Brenner, Daniela Eisenstein: Die Juden in Franken. München 2013 - seit dem 11. Jahrhundert lebten Juden in Franken, weshalb sich dort eine vielfältige jüdische Kulturtradition entwickelte.
Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:
Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks.
DAS KALENDERBLATT
Weiterführende Links:
Das Judentum im 19. Jahrhundert in Bayern
Sabine Ullmann, Judentum (19. Jahrhundert), publiziert am 23.05.2023; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Judentum_(19._Jahrhundert)>
Jüdisches Leben in Bayern
https://hdbg.eu/juedisches_leben/
Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
Sprecher
Bayern um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Eine Umbruchzeit, die stark von der Aufklärung geprägt wurde. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, diese Forderungen der französischen Revolution verhallten auch in Bayern nicht ungehört. Freiheit, seine Religion auszuüben, Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, Brüderlichkeit als gesellschaftliche Teilhabe für Alle. Auch für eine Minderheit, die bisher in Bayern nur in Ausnahmefällen geduldet war: die Juden.
Sprecherin
Die Wittelsbacher hatten jahrhundertelang keine Juden in ihren Landen geduldet. Im 15. Jahrhundert war diese religiöse Minderheit aus Alt-Bayern vertrieben worden. Nur in wenigen Fällen wurden Ausnahmen gemacht. Hoffaktoren beispielsweise, die den Herrschenden nützlich waren, wurden geduldet. Nun rüttelte nicht nur die Aufklärung an dieser Haltung, sondern Bayern gewann darüber hinaus bis 1815 große Territorien in Franken und Schwaben hinzu. Und damit auch jüdische Untertanen. Denn nachdem sie im späten Mittelalter aus den Städten vertrieben worden waren, hatten sich Juden häufig im ländlichen fränkischen und schwäbischen Bereich niedergelassen und hier Gemeinden gegründet. Diese Gebiete fallen nun an das Königreich Bayern. Dort hat zu diesem Zeitpunkt Maximilian von Montgelas großen Einfluss.
Schneidawind O-Ton 1
3:57 Die sogenannten Montgelas'schen Reformen, die eb