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Der Mythos vom Räuber Kneißl - Wie aus einem Verbrecher ein Volksheld wird

Der Mythos vom Räuber Kneißl - Wie aus einem Verbrecher ein Volksheld wird

Published 5 months, 2 weeks ago
Description

Legenden ranken sich um ihn. Er ist der Held zahlloser Bücher, Theaterstücke und Filme: Mathias Kneißl, genannt der Räuber Kneißl oder der Schachenmüller-Hiasl. Der bayrische Räuber wurde wegen seiner Verbrechen - darunter auch Mord - zum Tode verurteilt. Und doch verehrte man Kneißl schon zu Lebzeiten als Volksheld. (BR 2025)

Shownotes:

Autor: Frank Halbach

Regie: Frank Halbach

Sprecher:innen:  Thomas Birnstiel

Redaktion: Susanne Poelchau

Interviews:

- Prof. Dr. Elke Höfler, promovierte über Fiktionalisierung von Räubern

Robin Hood - Die Legende vom edlen Räuber


Die Geierwally - Von der Malerin zum Mythos

Sherlock Holmes und sein Autor Doyle - Eine komplizierte Beziehung

Literatur: 

- Hugo Friedländer: Räuberhauptmann Kneißl vor dem Schwurgericht. In: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung. 1911 (Wikisource)

(historisch interessante Text eineszeitgenössischen Journalisten und Gerichtsreporters)

- Elke Höfler: Der Räuber in der europäischen Literatur. Fiktionalisierung, Fiktivierung und Literarisierung einer populären Figur im 18. und 19. Jahrhundert. Dissertation 2012.

(ausführliche Analyse über das Räuber-Motiv mit sehr interessanten Erkenntnissen wie aus Realität Fiktion wird).

- Horst-Dieter Radke: Räuber und Räuberbanden im deutschsprachigen Raum. Daun 2021. (Überblick über verschiedene Räuber und Räuberbanden vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert).

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

ZITATOR

Ich kann kein Unrecht leiden. Ich kann mich nicht beugen, lieber geh’ ich selber zugrunde.

ERZÄHLERIN

Soll er gesagt haben. Einer, der steckbrieflich gesucht wurde. Zwei Morde, versuchter Totschlag, schwerer Raub und räuberische Erpressung wurden ihm im November 1901 vor dem Schwurgericht Augsburg zur Last gelegt. Und es kam, wie es kommen musste:

ZITATOR

De Woch fangt scho guad o, heit wird i g’köpft.

ERZÄHLERIN

War sein Kommentar, als er an einem Montag im Februar 1902 – der in Wahrheit ein Mittwoch war - erfuhr, dass sein Gnadengesuch vom Prinzregenten Luitpold abgelehnt worden war. 

ZITATOR

Zuagricht, hergricht, higricht.

ERZÄHLERIN

Murrte der bayerische Volksmund über den Umgang der Obrigkeit mit dem bayerischen Robin Hood:

ZITATOR

Den Räuber Kneißl.

ERZÄHLERIN

Kneißls Henkersmahlzeit:

ZITATOR

Sechs Maß Bier! (trinkt und seufzt). Aah!

MUSIK hoch und weg

MUSIK  „Kneißl-Lied“

In Notstuih hams´n eini, wia ma d´Ochsn bschlagn duat,

beim letztenmoi Rasieren is gflossen no a Bluat.

Der Kerl der hat grad z´ arbatn, des war a wahrer Graus.

Mei Liadl is jetzt gsunga, mitn Kneißl is´ jetz aus!

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