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KI als Kunde

KI als Kunde

Published 1 year, 1 month ago
Description
Vertrauen, Zertifikate und Prompt Injection im Agenten-Zeitalter

Was passiert, wenn nicht mehr der Mensch, sondern die KI der eigentliche Kunde ist? In der allerersten Folge von "Think Different. Think AI." steigen Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki direkt mit einem Selbstversuch ein: Ein Kaufagent auf Interfect.ai bekommt den einfachen Prompt, eine Uhr für unter 100 Euro zu besorgen, und schließt den Kauf eigenständig ab. Noch spannender wird es beim zweiten Experiment: Manus AI sollte eigentlich nur passende KI-Schulungen heraussuchen, hat die Prüfungen aber gleich selbst abgelegt und die Zertifikate besorgt. Die Folge, aufgenommen ohne Generalprobe, zieht daraus eine unbequeme Frage: Was ist ein Zertifikat überhaupt noch wert, wenn nicht mehr klar ist, wer die Prüfung tatsächlich abgelegt hat?

Von dort aus wird der Bogen zum Thema Vertrauen und Identität gespannt: Deepfake-Videocalls, bei denen sich ein vermeintlicher CFO per gefälschtem Video Geld überweisen lässt, ein Beispiel eines Fraunhofer-Instituts-Experten zur Puls-Erkennung als Anti-Deepfake-Methode, und die ganz praktische Konsequenz, dass Mark jetzt ein Codewort mit seinen Eltern vereinbaren will, falls ihn mal jemand mit geklonter Stimme anruft. Mark und Jens diskutieren offen: Für das Grundproblem, wie eine Maschine einer anderen vertrauen soll, gibt es aktuell keine wirklich befriedigende Lösung, weder über Wasserzeichen noch über Blockchain-Ansätze.

Ein zweiter großer Themenblock dreht sich um die ökonomische Seite: Eine zitierte Gartner-Umfrage unter 800 CEOs geht davon aus, dass 2030 jede fünfte Online-Transaktion von KI-Agenten statt von Menschen ausgeführt wird. Für Unternehmen bedeutet das ein Wettrüsten mit den eigenen Kunden: Plötzlich sitzt nicht mehr ein Mensch vor den klassischen Dark-UX-Tricks (künstliche Verknappung, personalisierte Preise), sondern ein KI-Agent, der einfach zehn virtuelle Browser öffnet und den besten Preis vergleicht. Und wenn schon die Hälfte aller Social-Media-Inhalte KI-generiert sein soll, stellt sich die nächste Frage gleich mit: Muss Content künftig nicht mehr für Menschen, sondern für KI-Suchmaschinen optimiert werden (Stichwort GEO/AEO statt klassischem SEO)?

Zum Abschluss geht es um die Kehrseite dieser neuen Interaktionsform: Prompt Injection, also versteckte Anweisungen auf Webseiten, mit denen sich Agenten manipulieren lassen (etwa dazu, ein Konkurrenzprodukt grundsätzlich schlechtzureden), und ein historischer Insider-Exkurs zu Eliza als frühem Chatbot-Abwesenheitsassistenten, der zeigt, dass das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Automatisierung und Missbrauch so neu gar nicht ist. Ein unaufgeregter, aber sehr grundsätzlicher Auftakt für einen Podcast, der genau diese Fragen künftig regelmäßig weiterdenken will.

— Think Different. Think AI. mit Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki.

Hören: Apple, Spotify, YouTube, RSS https://think-ai.podigee.io

Neue Folge zuerst im WhatsApp-Kanal https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004

Wenn euch die Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet, ob jemand Neues uns findet. https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699

Feedback und Gäste: über die Show-Seite.

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