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Die ersten Salonnièren - Als Frauen mitreden wollten
Description
Lange Zeit durften Frauen weder politisch entscheiden, noch öffentlich mitreden. Vor rund 300 Jahren hatten bürgerliche Frauen dann die Idee, Gelehrte einfach zu sich nach Hause einzuladen. In den so genannten Salons, ihren Wohnzimmern, wurde angeregt diskutiert, debattiert - und sich emanzipiert. Autorin: Susanne Brandl (BR 2025)
Credits
Autorin dieser Folge: Susanne Brandl
Regie: Sabine Kienhöfer
Es sprachen: Christian Baumann
Technik: Wolfgang Lösch
Redaktion: Katharina Hübel
Im Interview:
Dr. Petra Dollinger, freie Historikerin, spezialisiert auf die Zeit der Salons, ehem. Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Astrid Dröse, Literaturwissenschaftlerin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Dr. Kersten Knipp, Sachbuchautor „Die Erfindung der Eleganz: Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens“
Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:
Im neuen SWR3-Podcast treffen jeden Monat zwei verschiedene Promis aufeinander. Die Promis lernen sich erst im Podcast persönlich kennen, müssen einen Monat lang gemeinsam podcasten, labern, diskutieren, spielen und verschiedene Rubriken und Aufgaben meistern. HIER
Linktipps:
Die Münchner Salons: Literatur, Musik, Theater – kurz, die Künste werden erst lebendig, wenn man sie teilt. Genau das geschah im 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das inspirierende Gespräch stand im Mittelpunkt dieser Kreise; wichtig waren auch die Besonderheit der Orte und Rituale. HIER
Kulturgeschichte des Absinths und die Macht des Rausches in den Salons: Das grüne Gebräu aus Kräutern und Alkohol war zunächst das Getränk der Armen. Während der Belle Epoque wurde es jedoch rasend schnell zu Kult und eroberte auch die vornehmen Kreise. HIER
Literatur :
Kersten Knipp: die Erfindung der Eleganz, Philipp Reclam Verlag, 2022
Christiana Mariana von Ziegler: Moralische und vermischte Sendschreiben, hrsg. von Astrid Dröse, Secession-Verlag 2019
Benedetta Craveri: The age of conversation, New York Review Books, 2006
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
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ARD Audiothek | Radiowissen
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
SPRECHER:
Blau muss er sein, ihr literarischer Salon. Blaue Möbel, blaue Wände und ein blauer Himmel an der Decke. Die Marquise de Rambouillet [sprich: dö Rombujee] hat klare Vorstellungen. Um 1620 schafft sie einen Raum, der als chambre bleue [sprich: schambr blö]- als blaues Zimmer - in die Geschichte eingeht.
O-TON 1 DOLLINGER
„Im Hotel Rambouillet hat sie es sich richtig gemütlich und schön gemacht, sie hat dieses Chambre bleu eingerichtet, was damals was Besonderes war. Üblich war es damals, Zimmer in rotem und braunem Holz und mit roter Samtbespannung einzurichten.
SPRECHER:
Die Historikerin Petra Dollinger. Sie forscht seit Jahrzehnten zur Ges