Episode Details

Back to Episodes
SBP014 - Der Wurm im Augapfel sorgt für Verzückung

SBP014 - Der Wurm im Augapfel sorgt für Verzückung

Episode 14 Published 4 years, 8 months ago
Description
Hilft Schnaps gegen Reisedurchfall und muss man eine Antiobikapackung ganz fertig essen

SBP014 - Der Wurm im Augapfel sorgt für Verzückung

Hilft Schnaps gegen Reisedurchfall und muss man eine Antiobikapackung ganz fertig essen

Kurzbeschreibung Ausgabe 14 des Science Busters Podcasts: Alkohol als Begleiter der Medizin – als Vorbeugung von Infektionen, Hilfmittel nach Impfungen und als Verstärker von Antibiotika?

Publikumsfrage: Ist vor oder nach Impfungen Alkohol trinken verboten

Beim Reisen wird oft behauptet, regelmäßiger Konsum eines hochprozentigen Getränks könne die Häufigkeit von Reisedurchfällen senken. Seltsamerweise gibt es keine direkt vergleichenden Studien zu diesem brennenden (oder gebrannten) Thema. Zwei widersprüchliche Argumentationslinien treffen sich: einerseits hat Alkohol eine unbestrittene desinfizierende, Keim-abtötende Wirkung. Allerdings erst bei einer hohen Alkoholkonzentration, am besten 60% oder mehr. Zudem sollten Bakterien und der Alkohol ausreichend lange zusammentreffen, kurze Einwirkzeit reicht nicht

Die andere Seite sind die schädlichen Wirkungen von Alkohol auf die Magenschleimhaut. Während schwachprozentige Getränke, vor allem Bier, die Magensäureproduktion ordentlich anheizen, ist sie bei Hochprozentigem eher reduziert. Auch wenn Sodbrennen nicht nett ist, Magensäure ist bakterizid und eine wichtige Barriere gegen eindringende Bakterien.

Wer nun zur Vorbeugung von Durchfall jeden Bissen mit einen kräftigen Schluck Wodka begleitet, wir früher oder später mit der Todesursache Nr. 1 auf Reisen Bekanntschaft machen: nämlich Unfällen. Nur bei älteren Reisenden wird das noch vom Herzinfarkt übertroffen. Das verwundert allerdings nicht, schließlich sind die Herz-Kreislauferkrankungen ja auch zu Hause die häufigste Todesursache.

Die Frage von Georg ist vor allem rund um die Coronaimpfung häufig aufgetaucht. Es wurden sogar Zeiträume bis zu 8 Wochen genannt, die man abstinent bleiben müsse, um ja eine gute Wirkung der Impfung zu gewährleisten. Allerdings war es kein Russe, der ein Alkoholverbot rund um die Impfung ausgesprochen hat, wie leider fälschlicherweise im Podcast behauptet, sondern eine Russin, dafür 2 Wochen vor bis 6 Wochen nach der Impfung und nicht nur 4 Wochen danach

Es ist unbestritten, dass chronischer Alklholmissbrauch das Immunsystem vielfältig schädigt.

Aber ein Gläschen hat keine messbaren Auswirkungen, dagegen spricht daher gar nichts.

Ein ärztliches Alkoholverbot bekommt man auch bei Antibiotika oft. Hier hat es tatsächlich einen handfesten Hintergrund. Manche Substanzen erzeugen in Kombination mit Alkohol äußerst unangenehme, ja teilweise sogar gefährliche Symptome

Bei allen anderen Antibiotika jedoch stört Alkohol weder die Wirkung noch fördert er die Nebenwirkungen (in Maßen genossen natürlich) Räumen wir gleich noch mit einem anderen Antibiotikamythos auf: „Sie müssen es unbedingt FERTIG nehmen!“. Die Packungsgröße hat jedoch nichts mit der nötigen Behandlungsdauer zu tun, da spielen höchstens Marketingüberlegungen der Hersteller eine Rolle oder sie ist ohne größere Überlegungen gewählt. Wichtig für die Dauer der Behandlung ist die Art der Infektion, die man behandelt.

Listen Now

Love PodBriefly?

If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.

Support Us