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Anderes Alter, andere Zeit - Warum ändert sich unser Zeitgefühl?

Anderes Alter, andere Zeit - Warum ändert sich unser Zeitgefühl?

Published 7 months, 4 weeks ago
Description

Die Sommer der Kindheit haben scheinbar ewig gedauert. Und auch die Jugend war eine Lebensphase, in der Zeit reichlich vorhanden war und nur sehr langsam verging. Aber je älter wir werden, desto mehr rasen die Jahre dahin. Woran liegt das? An Routinen und Automatismen, die sich im Laufe des Lebens etablieren? Von Daniela Remus (BR 2024)

Credits
Autorin dieser Folge: Daniela Remus
Regie: Anja Scheifinger
Es sprach: Caroline Ebner
Redaktion: Nicole Ruchlak

Im Interview:
Dr. Jacob Bellmund, Max Planck Institut für Kognition und Neurowissenschaften
Prof. Tatjana Tchumatchenko, Neurowissenschaftlerin, Universität Bonn
Dr. Marc Wittmann, Zeitforscher, Universität Freiburg

Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion:

Die Welt in unter 30 Minuten besser verstehen? Das geht nicht? Doch, das zeigt der tagesschau Podcast 11KM. 
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

ATMO (Freibad im Sommer draussen)

SPRECHERIN

Pommes, ein mit Eis verschmiertes Handtuch, Süssigkeiten und der Geruch von Sonnencreme. 

ATMO (Freibad im Sommer draussen)

SPRECHERIN

Wie habe ich die Sommer früher genossen. Mit Freundinnen und Freunden lagen wir stundenlang auf der Wiese des Freibads. Rannten gemeinsam zum Sprungbecken, übten elegante Köpfer und wasserspritzende Arschbomben. Und irgendjemand wurde jedes Mal mit großem Geschrei von den anderen ins Wasser geworfen…

ATMO (Freibad im Sommer draussen)

SPRECHERIN

In meiner Erinnerung dauerten diese Sommer eine gefühlte Ewigkeit. 

Atmo Schlitten?

Aber auch die Winter währten grenzenlos lange. Im Rückblick kommt es mir so vor, als hätten wir monatelang Schneemänner gebaut und seien Schlitten gefahren. Aber je älter ich werde, desto kürzer werden nicht nur die Sommer und Winter, nein, ganze Jahre schnurren in meiner Erinnerung zusammen, wie ein Luftballon, dem Luft entweicht.

TAKE 1 (O-Ton Wittmann) L. 0, 15

Wenn wir rückblicken auf Zeitintervalle, dann ist der entscheidende Faktor für unser Gefühl für Dauer oder wie schnell ein Intervall vergangen ist, das Gedächtnis.

SPRECHERIN

Erklärt Dr. Marc Wittmann. Er ist einer der wenigen Forschenden in Deutschland, der sich mit der Wahrnehmung von Zeit beschäftigt. Und zwar am Institut für Grenzgebiete der Psychologie an der Universität Freiburg. Der Psychologe hat herausgefunden, dass vor allem das, was neu ist, vom Gedächtnis besonders intensiv gespeichert wird.

TAKE 2 (O-Ton Wittmann) L: 0, 35

Und das erklärt uns auch, warum wir in der Kindheit, im Jugendalter, aber auch im frühen Erwachsenenalter das Gefühl haben, die Zeit war viel länger, wenn wir jetzt zurückblicken, weil so viel Neuartiges passiert ist. Also der erste Kuss, das erste Bier mit den Spezln. Dann ziehen wir aus dem Elternhaus aus, machen eine Ausbildung, Studium etc. diese ganzen Dinge sind so neuartig und einzigartig erst einmal, dass die ganz besonders im Gedächtnis haften bleiben. Und wenn wir uns dann zurückerinnern, dann kommt uns das so lang vor! 

SPRECHERIN

Die Erinnerung an meine scheinbar endlose Kinderzeit ist a

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